Sandritter mit neuem Partner am Sachsenring
ADAC GT Masters: Maximilian Sandritter mit Top-Performance trotz widriger Umstände. Mit seinem Chevrolet Camaro Nummer 34 kommt Max Sandritter bis auf 1,5 Sekunden ans Spitzenfeld heran.
München - Am vergangenen Rennwochenende trat das Team YACO Racing powered by Jochen Schweizer mit den beiden Chevrolet Camaro zum Heimspiel auf dem Sachsenring an. Maximilian Sandritter ging dieses Mal nicht mit seinem Teamkollegen Philip Geipel, sondern mit dem Essener Christian Bracke an den Start. Der Grund: Ein Schlüsselbeinbruch des 25-Jährigen Lokalmatadors. Das neu zusammengewürfelte Duo schaffte es trotz der geringen Vorbereitungszeit sich auf einander einzuspielen und sah in beiden Rennen auf Platz 26 die Zielflagge.
Zwei Wochen vor dem Heimrennen am Sachsenring erreichte das Team aus Plauen die Hiobsbotschaft: Maximilian Sandritter wird am Sachsenring nicht mit seinem Teamkollegen Philip Geipel antreten. Für den an der Schulter verletzen Lokalmatador sprang Ersatzfahrer Christian Bracke ins Cockpit. In dieser Neu-Besetzung ging es am Mittwoch kurzfristig zum Testen in die Lausitz. So konnte sich das Duo ein wenig aufeinander einspielen. „Die Nachricht kam für uns alle sehr überraschend. So kurz vor den Sachsenring-Rennen mussten wir alles umstellen und neu planen. Das war eine ziemliche Herausforderung“, so Sandritter vor dem Rennen.
Zwei Tage nach dem Test ging es für Maximilian Sandritter und Christian Bracke am Freitag zum freien Training und Qualifying an den Sachsenring. Bereits in den ersten Runden zeigte sich, dass die Strecke dem Camaro aufgrund Ihrer Beschaffenheit nicht besonders liegt. Die kurvenreiche Berg- und Talbahn verlangte den Fahrern des 1.295 Kilogramm schweren V8-Boliden alles ab. „Der Sachsenring ist kein Kurs um die 650 PS des Camaros auf die Strecke zu bringen. Wir haben Probleme das Auto schnell durch die Kurven zu manövrieren und müssen aufgrund der Größe des Autos und dem langen Radstand deutlich früher auf die Bremse als andere Fahrer. Dieses Defizit müssen wir versuchen über fahrerisches Können zu kompensieren. Dabei können wir von Philips Strecken-Know-How profitieren, der uns trotz seiner Verletzung an der Strecke zur Seite steht“, so Maximilian Sandritter nach dem Qualifying.
In Rennen eins am Samstag startete Maximilian Sandritter aufgrund des am Vortag abgebrochenen Qualifying von Platz 34 als erster. Er erwischte einen guten Start und kam trotz dichtem Fahrerfeld und heftigem Gedränge unbeschadet in die erste Kurve. Der junge Raublinger kam gut ins Rennen und fand schnell zu seiner Ideallinie. Auch Christian Bracke fuhr ein souveränes Rennen und sah am Ende als 26. die Zielflagge. „Wir müssen mit dem Rennverlauf zufrieden sein. Der Camaro macht es uns nicht leicht auf dieser Strecke. Es ist ein regelrechter Kampf das Auto in die Kurven zu bringen. Da wir das vorher wussten, war es unser Ziel in unseren Möglichkeiten ein paar Plätze gut zu machen und den Camaro sicher ins Ziel zu bringen. Das haben wir geschafft“, so der sichtlich abgekämpfte Youngster nach dem Rennen.
Im Sonntagsrennen startete das Duo Sandritter/Bracke von Platz 36 ins Rennen. Diesmal ging Christian Bracke als erster an den Start und konnte bereits nach der ersten Kurve Positionen gut machen. Im weiteren Rennverlauf drehte sich der Essener und musste wieder Plätze einbüßen. Bis zum Fahrerwechsel hatte Bracke jedoch gut ins Rennen gefunden und konnte den Camaro mit konstanten Rundenzeiten über die Strecke manövrieren. Nach der Übergabe an Maximilian Sandritter fand dieser bereits nach zwei Runden seinen Top-Speed und konnte das Auto mit deutlich besseren Rundzeiten durch den Kurs lenken. Aufgrund eines technischen Defekts riss Mitte des Rennens die Heckstoßstange des Camaro ab und Sandritter musste sich so weiter durchs Feld kämpfen. Am Ende der Renndistanz gelang es Maximilian Sandritter das Auto erneut auf Platz 26 ins Ziel zu bringen. „Das Auto ging heute deutlich besser als gestern. Ich konnte meine Rundenzeiten verbessern und habe nicht mehr gar so mit dem Auto kämpfen müssen. Auch der „Verlust“ der Heckstoßstange hatte keinen Einfluss auf meine Rundenzeiten. Wahrscheinlich, weil ich erst in der Auslaufrunde gemerkt habe, dass die Stoßstange am Streckenrand zu meinem Auto gehört“, so der Nachwuchsrennfahrer nach Rennen zwei.
Auch wenn für Max Sandritter auf der kurvigen Strecke keine Top-Platzierungen mit dem Camaro möglich waren, so konnte das Muscle-Car am Wochenende zumindest einen Preis abräumen: den des Publikumslieblings. Sein brachialer Sound und die imposante US-Optik machten ihn beim Pitwalk zum Publikumsmagneten und begeisterten die sächsischen Fans. Bis zum nächsten Rennen am Nürburgring (13.-15. Juli) werden Max und sein Team hart daran arbeiten, dass der Camaro auch auf der Strecke den verdienten Applaus einfährt.
Bericht: Jennifer Träger/talent race
Video: Max Sandritter Portrait





