Kirsten Bruhn

 


Wünscht sich für den Behindertensport einfach mehr Aufmerksamkeit: Kirsten Bruhn -Foto: Kirsten Bruhn privat


 

Name: 

Kirsten Bruhn

Nationalität: 

Deutschland

Geburtsort: 

Eutin

Geburtstag: 

03.11.69

Sportart:

Schwimmen mit Handicap - Behindertensport 

Größe:

1,77 m

Gewicht: 

60 kg

Motto:

"Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum" 

Internet: 

www.kirsten-bruhn.de



 


Kirsten Bruhn - „Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum!"

 

 

So kennen sie die Fans: Jubel bei den Paralympics
2004 in Athen - Foto: Kirsten Bruhn privat

Besondere Menschen vollbringen meist besondere Leistungen. Kirsten Bruhn ist so eine Frau, die in diese Kategorie passt. Bruhn, 1969 in Eutin geboren, ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten im deutschen Behindertensport.

Die Handicap-Weltklasseathletin ging bereits mit 3 Jahren ins Wasser. Dem Schwimmsport war sie quasi auf familiärer Weise verbunden. Ihre Eltern und vier Geschwister waren alle Leistungsschwimmer bzw. Wasserballspieler.
"Bei vier älteren Geschwistern musste ich mich ganz schön durchbeißen. Deshalb dachte ich, ich zeig es euch allen", so Bruhn. Wie wichtig diese Einstellung einmal werden würde, konnte damals keiner ahnen.


Das Träume vergänglich sind, musste Bruhn im Jahr 1991 auf schmerzlichste Weise erfahren. Sie hatte ein Jahr zuvor ihr Abitur gemacht, zog danach als AuPair nach New Jersey in die USA. Bevor ihr Privatstudium "Graphik und Design" in Hamburg beginnen sollte, ging es nach Griechenland auf die Insel Kos. Urlaub bevor der Ernst des Lebens als Studentin Einzug in das Leben der kreativen Eutinerin halten sollte.


Ihre positive Ausstrahlung wirkt anziehend -
Foto: Kirsten Bruhn privat

 

 

 

"Wie im Albtraum!"

Das abrupte Ende des Urlaubs - der Beginn eines Albtraums. Ein Motorradunfall, bei dem sie eine inkomplette Querschnittslähmung (Ausnahme: vordere Oberschenkel-muskulatur) erlitt und seitdem auf den Rollstuhl angewiesen ist, brachte die gesamte Lebensplanung ins Wanken: "Als die Diagnose bekannt wurde, kam ich mir vor wie in einem Alptraum. Diesen Schock musste ich erstmal verdauen", blickt Bruhn auf die schwere Zeit kurz nach dem Unfall zurück.

Die Rehabilitation begann und warf zugleich für Bruhn viele Fragen auf. Die Lebensperspektive war ihr genommen. Zumindest glaubte sie das in der Phase des Neubeginns. Eines allerdings war geblieben: ihre Leidenschaft für das nasse Element. Und aus der Leidenschaft wurde die scheinbar verlorene Perspektive.

Unser neues Videoportal: Kostenlos hochladen,
anschauen, Spaß haben!
 


2002 startete sie erstmals bei einem Schwimmwettkampf des DBS (Deutscher Behindertensportverband). "Seitdem fühle ich mich im Wasser wie die Kirsten, die ich vor dem Unfall war. Der Sport gibt mir die Möglichkeit, lebendig zu sein", sagte sie in einem Interview mit einem Magazin. Allerdings, und das gibt sie offen und ehrlich zu: "Akzeptieren kann ich meine Behinderung immer noch nicht, aber ich mache das Beste daraus."

 

 

Zahlreiche Medaillen als Lohn
für die harte Trainingsarbeit  -
Foto: Kirsten Bruhn privat

Vergleiche mit Franzi werden gezogen

Enorme Willensstärke und grenzenlose Motivation sind bezeichnend für die außergewöhnliche Athletin: „Wir müssen immer Grenzen überschreiten, seien es soziale, emotionale oder energetische.“ Und ihr Vater, Mafred Bruhn, der seine Tochter auch trainiert, ergänzt: "Kirsten ist selbstkritisch und ehrgeizig bis in die Haarspitzen." Optimale Voraussetzungen um im Sport erfolgreich zu sein.

Kirsten Bruhn zählt zu den schnellsten Handicap-Schwimmerinnen der Welt und wird gerne mit Franziska van Almsick verglichen. Bei den Paralympics 2004 in Athen gewann sie Gold über 100 Meter Brust, zweimal Silber und einmal Bronze. Allein im Jahr 2005 stellte sie neun Welt-, elf Europa- und 15 deutsche Rekorde auf und stieß damit die Tür zu neuen Dimensionen in ihrer Startklasse auf.

2004
und 2005 wurde die hübsche Ausnahmeathletin wegen ihrer herausragenden Leistungen zur „Sportlerin des Jahres mit Handicap“ gekürt. Dass sie auch international große Anerkennung genießt, beweist die Nominierung zum Laureus Sport Award 2006 in Barcelona als einzige deutsche Vertreterin.

Neben ihrem Job bei einer Krankenkasse steht bei Kirsten noch einiges auf dem Tagesprogramm. Knapp 20-25 Stunden in der Woche stehen auf dem Trainingsplan. Neben den Wassereinheiten folgen Kraftsport und kombiniertes Training im Becken. Wie alle Athleten, erzählt Kirsten, sei sie aber einfach dem Leistungssport verfallen.
Außerdem gehörte der Star des paralympischen Sports zum Top Team des DBS für die Olympischen Spiele in Peking und möchte auf jeden Fall bis 2012 in London um Medaillen kämpfen.

5 Medaillen bei den Paralympics in Peking – eine beeindruckende Bilanz!


Positiv denken war für Bruhn gerade nach
dem Unfall nicht ganz leicht -
Foto: Kirsten Bruhn privat

 

 

 

Nachdem sie im Vorlauf schon Weltrekord schwamm, gewann sie mit 16 Sekunden Vorsprung souverän Gold auf ihrer Paradestrecke 100 m Brust. Außerdem gewann die Ausnahme-Athletin einmal Silber und dreimal Bronze, eine Medaille mehr als bei den Paralympischen Spielen von Athen. Kirsten Bruhn ist somit die erfolgreichste Starterin der 171 deutschen Paralympioniken.


Kirsten Bruhn hat es im Sport bis an die Spitze gebracht. Zielstrebigkeit, Mut und Leidenschaft, aber auch die Fähigkeit, mit Rückschlägen umzugehen, sind die Stärken, die ihr dabei geholfen haben.

Ihre Erfahrungen gibt die Athletin in Vorträgen und Seminaren weiter. Sie will anderen Menschen Ansporn geben, dem Leben mehr als nur eine Chance abzuringen. Kirsten Bruhn hat ihre zweite Chance im Leben erhalten. Durch ihre Kraft, ihre Ausstrahlung und ihre Erfolge ist Bruhn zu einem Vorbild geworden - ein Vorbild, von dem nicht nur Behindertensportler eine Menge lernen können.

Steckbrief ihrer einzigartigen Karriere - die Erfolgsbilanz von Kirsten Bruhn:

29 x Deutsche Meisterin (kurze Bahn)
15 x Europarekord (kurze Bahn)
15 x Weltrekord (kurze Bahn)
30 x Deutsche Meisterin (lange Bahn)
35 x Europarekorde (lange Bahn)
29 x Weltrekorde (lange Bahn)
2 x Paralympic Rekord (2004 Athen und 2008 Peking)
 
2004 paralympisches Gold 1x, Silber 2x, Bronze 1x in Athen
2004 Sportlerin des Jahres mit Handicap in Deutschland
2004 Sportlerin des Jahres in Schleswig-Holstein
2005 Sportlerin des Jahres mit Handicap in Deutschland
2006 Nominierung zum Laureus Sport Award in Barcelona (Kategorie: Sportler mit Handicap)
2006 Doppelweltmeisterin, 3 x Vizeweltmeisterin und 1 x Bronze in Durban/Südafrika
2003, 2004, 2005, 2006, 2007 Sportlerin des Jahres in Schleswig-Holstein vom KSV (Kreissportverband)
2007 Sportlerin des Jahres in Schleswig-Holstein
2008 paralympisches Gold 1x, Silber 1x, Bronze 3x in Peking
2008 Sportlerin des Jahres mit Handicap in Deutschland

Ergebnisse der Paralympics in Peking vom 6. bis 17. September 2008:

100m Freistil 3. Platz: Direktfinale 1.12,93 (persönliche Jahresbestzeit)
100m Rücken 2. Platz: Vorlauf: 1.26,68, Finale: 1. 25,97
400m Freistil 3. Platz: Vorlauf: 5.43,86, Finale: 5.28,22 (persönliche Jahresbestzeit)
100m Brust 1. Platz: Vorlauf: 1.36,30 Weltrekord und paralympischer Rekord, Finale: 1.36,93
50m Freistil 3. Platz: Vorlauf: 0.34,77, Finale: 0.34,50


Kirsten Bruhn in ihrem Element - Foto: Kirsten Bruhn privat

Weitere Informationen zu den Seminaren mit Kirsten Bruhn finden Sie unter:

 

 


<-- zurück: Helden von A-Z