1988 - Leverkusens größter Triumph


3:0 - Verlängerung; Leverkusen schafft das
Unglaubliche. - Foto: imago


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18. Mai 1988
Ulrich-Haberland-Stadion, Leverkusen
22.000 (ausverkauft)
Fußball
Rückspiel UEFA-Cup-Finale
Bayer 04 Leverkusen -
Espanyol Barcelona
3:2 i.E. (3:0, 3:0, 0:0) - Hinspiel: 0:3


 

 


Vollborn stand bis '99 im Tor von
Bayer 04 - Foto: Autogrammkarte

 

Dunkelheit, Flutlicht und eine scheinbare ausweglose Lage für die Heim-Mannschaft - das ist der Stoff aus dem Europapokal-Wunder gemacht sind. Am 18. Mai 1988 befindet sich Bayer 04 Leverkusen in solch einer Situation.

Mit Bravour hatte sich der Außenseiter aus der Bundesliga bis ins Finale des UEFA-Cups gespielt. Nach dem 0:3 im Hinspiel sieht es allerdings nicht gerade nach einem Erfolg für die Elf von Trainer Erich Ribbeck aus.

Wie es dann doch zum Elfmeterschießen und schließlich größten Triumph mit dem ersten europäischen Titel reichte, verrät der damalige Torhüter Rüdiger Vollborn im Gespräch mit Sporthelden.de. 


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Wie war die Ausgangslage vor dem Final-Rückspiel?

Rüdiger Vollborn:

Wir sind zum Hinspiel nach Barcelona mit einem guten Gefühl gefahren, weil wir in allen Auswärtsspielen zuvor immer ganz gut ausgesehen hatten. Dann sind wir aber fürchterlich baden gegangen mit 0:3. Das war auch für Espanyol der höchste Sieg in den ganzen UEFA-Cup-Spielen in dieser Saison und deshalb waren die Spanier auch relativ, nein nicht relativ: sie waren sehr siegessicher, da sie auswärts auch immer recht gut gespielt und eigentlich immer ein Tor erzielt hatten. Dementsprechend haben sie sich dann auch bei uns im Stadion verhalten.


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Wie war denn die Stimmung bei Ihnen direkt nach dem Hinspiel?

Vollborn:

Direkt danach in der Kabine war’s furchtbar, auch noch im Flugzeug. Erich Ribbeck, unser Trainer damals, ist dann ans Mikrofon gegangen und hat noch ein paar Sachen gesagt und uns gesagt, dass wir im Rückspiel noch alles tun werden, um das Ding noch zu biegen. Im Flugzeug selber haben wir dann noch nicht so richtig dran geglaubt. Als wir dann wieder zurück waren, haben wir uns zusammengesetzt und ein bisschen übers Spiel gesprochen. Ich konnte es nicht glauben. Ich habe gesagt: Das kann doch nicht sein, dass wir so einfach den großen Traum aus der Hand geben. Da  kam dann schon so ein kleines bisschen Kampfgeist auf. Aber so wirklich dran geglaubt hat da noch keiner.


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Auch nicht, als das Rückspiel immer näher kam?

Vollborn:

Doch schon. Als ich am Tag nach dem Rückspiel in die Kabine kam, war ein Zettel unter einer Uhr angebracht. Da stand drauf: Nur noch 13 Tage. Ich hab das gesehen, registriert, aber eigentlich nicht gewusst, worum es eigentlich geht. Einen Tag später war die 13 durchgestrichen und da stand: Nur noch 12 Tage. Und da habe ich gewusst, da bereitet uns jemand auf das Rückspiel vor. So ging das dann die ganzen Wochen. Die Bundesliga-Spiele, die zwischendurch noch waren, waren vollkommen egal. Vom Kopf her haben wir nur auf das Rückspiel hingefiebert. Der richtige Kick Hoffnung kam aber erst auf, als wir am Spieltag zum Warmmachen auf den Platz kamen und merkten, was da für eine unglaubliche Stimmung war. Unsere Fans haben uns das Gefühl gegeben, dass sie noch dran glauben und für uns hieß das: Wenn die dran glauben, müssen wir erst recht dran glauben.


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Hat ihr Trainer Erich Ribbeck oder der damalige Manager Reiner Calmund dann in der Kabine noch so etwas wie eine Brandrede gehalten?

Vollborn:

Nein, überhaupt nicht. Auch in der Halbzeit nicht. Da stand es ja noch 0:0. Da war ja eigentlich der Ofen aus. Die Spanier standen sehr, sehr sicher. Wir hatten kaum eine Torchance. Erich Ribbeck hat dann gesagt: "Jungs, lasst uns das Spiel wenigstens für unsere Fans gewinnen. Die machen so eine tolle Stimmung da draußen. Und wer weiß, wenn wir ein Tor machen, was dann noch passiert." Das war die Aussage, mit der er uns wieder rausgeschickt hat. Dann kam Herbert Waas ins Spiel, der die ganze erste Halbzeit wutentbrannt auf der Ersatzbank schmoren musste. Der hat ein Feuerwerk abgebrannt auf der rechten Seite und uns damit alle mit nach vorne getrieben.

>>> Teil 2: Waas wirbelt und Vollborns Visionen


Interview mit Rüdiger Vollborn - Seite 1 - 2 - 3

 


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