Der letzte Tourenbericht der Saison 2003/2004 beginnt 2 Tage vor dem Spiel, am Donnerstag. Es war Vatertag, und wie es sich für ´nen anständigen Vater gehört, ging Webmastermob André mit diversen anderen Vätern nebst Söhnen Fußball spielen. Nach 5 Minuten stand es 3:0 für die Söhne, Fußballgott André führte 1:0 in der Kategorie Bänderrisse... Super, André!!!
Abschied für eine Legende
Zwei Tage später machten wir uns also ohne Bänderrissgott André auf, das geilste und geschichtsträchtigste Stadion der Liga zu verabschieden. Alex und ich reisten per Zug an (zu Alex´ Entsetzen über Duisburg, weil mich keine 10 Fohlen in den sch.... Wuppertalexpress bringen...), Dirk kam aus Niedersachsen und holte Mark und "theoneandonly" OMMA in Bottrop ab.
Einige Wochen zuvor machte das Gladbacher "Holiday Inn" Hotel den schwerwiegenden Fehler, uns und andere Fanclubs zum Schnitzelessen einzuladen. Für 8,90 Euro gab es Schnitzel und diverse andere Fressalien bis zum Abwinken, genau das Richtige für uns!
Kurz nach 12 Uhr trafen wir uns am Parkplatz des Hotels, das Gemetzel am Buffet konnte beginnen. Eine Stunde und unzählige Schnitzel später verließen wir das gastliche Haus und seine verzweifelt weinenden Köche und begaben uns zum Fanladen.
Wir verlassen den BÖKELBERG!
So langsam dämmerte uns, daß wir alles, was wir heute erleben sollten, in dieser Form zum letzten Mal erleben würden. Dementsprechend war die Stimmung im und um ´s Fanprojekt. Auf der einen Seite waren alle, die man so traf, locker und gelöst, schließlich war der Ausgang des bevorstehenden Spiels sportlich gesehen nicht sonderlich wichtig. Auf der anderen Seite sah man überall wehmütige Gesichter.
Sicher, wir wissen schon lange, das wir ab der Saison 2004/2005 ein neues Stadion haben werden. Die meisten Fans freuen sich auch drauf, weil es die wirtschaftlichen Perspektiven des Vereins dermaßen verbessert, das wir mittelfristig im Konzert der Großen mitspielen können, was wir uns natürlich alle wünschen.
Aber wir ziehen eben nicht einfach nur um. Wir verlassen nicht einfach ein altes, marodes Stadion, in dem nur eine kleine Minderheit bei schlechtem Wetter trocken bleibt, in dem die sanitären Anlagen jeder Beschreibung spotten, in dem die beschissenste Bratwurst aller Zeiten gebraten wird, in dem eine Flutlichtanlage installiert ist, mit der man in anderen Stadien die Toiletten beleuchten würde, in dem man - zumindest in der Nordkurve - kein Bier mehr holen kann, wenn man einmal im Block steht.
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 Abschiedsjubel am Bökelberg - Foto: BMG
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Zum letzten Mal
Nein, wir verlassen nicht irgendein Stadion. Wir verlassen den BÖKELBERG! In keinem anderen Stadion in Deutschland ist man näher am Spielfeld, nirgendwo sind die Ränge steiler, nirgendwo herrscht eine vergleichbare Atmosphäre, kein anderes Stadion ist so geschichtsträchtig wie der Bökelberg. Dieses Stadion ist kein toter Klotz aus Beton und Stahl. Der Bökelberg lebt!
Wir machten uns also ein letztes Mal auf, den legendärsten Fußballberg Deutschlands zu erklimmen. Zum letzten Mal wurde meine Dauerkarte abgeknipst, zum letzten Mal fragte ich eine Ordnerin, ob sie mich nicht abtasten wollte, was sie zum letzten Mal lächelnd verneinte, zum letzten Mal hängten wir unsere Zaunfahne in Block 16 auf und zwängten uns zum letzten Mal durch den aus allen Nähten platzenden Block bis zu Mittelgang, wo wir zum letzten Mal am Tor zu Block 15 unsere Stammplätze einnahmen.
Plötzlich erklang aus den uralten Lautsprechern "Time to say goodbye," ein Lied, das ich immer gehasst habe. Dieses Mal schossen mir die Tränen in die Augen, allerdings war ich damit in bester Gesellschaft. Wohin ich auch blickte, überall um mich herum standen harte, toughe Jungs und Mädels, die mit den Tränen kämpften. Kaum einer hat den Kampf gewonnen.
Lauter als sonst
Die Stimmung im Stadion war unglaublich, unsere Hymne, "Die Elf vom Niederrhein" wurde noch nie lauter gesungen, auch der Wechselgesang zwischen Nordkurve und Ostgeraden, bzw Nordkurve und Tribüne war lauter als sonst. Das Geschehen auf dem Platz interessierte nur am Rande, einiges sollte jedoch erwähnt werden:
Jörg Stiel, unser Kapitän, gewann die Platzwahl und entschied sich zur Verwunderung aller, in der ersten Halbzeit auf die Nordkurve zu spielen. Eine Entscheidung, die erstmal niemand verstanden hat. In der 21sten Minute gab es einen zweifelhaften Elfmeter für ´60, der zum 0:1 führte. Die 60ger Fans witterten eine Chance, den Klassenerhalt doch noch zu schaffen, was sich aber 2 Minuten später änderte, als Vaclav Sverkos zum 1:1 ausglich.
ERBARMEN...Der MOB kommt!!!
Erleben Sie mehr! Die Vorgeschichte des Clubs:
Spendenaktion zu Gunsten der Hinterbliebenden der New Yorker Feuerwehrmänner