Baden Lions - Die Spiele beginnen



Maskottchen immer dabei - Foto: Baden Lions

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Baden Lions
200
Jedes Spiel ein Heimspiel
SG Kronau/Östringen
Handball
Final Four 2007
Hamburg, Color Line Arena
14.-15.04.2007
www.baden-lions.de

 

 


 


Selbst ist der Fan - Foto: Baden Lions

 

Zuerst werden die Löwen aus dem Käfig gelassen – und der große Auftritt der gelben Kurve beginnt: Hunderte blaue Kartons bilden das Meer, auf dem ein 3x2m großes Schiff vom Stapel läuft, um Hamburg zu entern. Bereits jetzt erster Applaus von unseren Spielern, die nervös von einem Bein auf das andere tänzeln und den Anpfiff kaum erwarten können.

Thomas und ich haben den besten Blick auf das Gesamtkunstwerk und die Gänsehaut will gar nicht mehr verschwinden. Ich merke, dass meine Hände zu zittern anfangen und lehne mich sicherheitshalber am Treppengeländer an, um die Aufnahmen zumindest relativ brauchbar zu halten. Mittlerweile ist auch der HSV eingelaufen und die Spieler wurden vorgestellt 

Zeit für Teil drei und vier unserer Performance: Der überdimensionale Banner mit der Aufschrift ’Lasst uns die Kogge entern!’ erscheint quer vor dem Block und als das Licht angeht, lassen unsere Kollegen vom ebenfalls gelben Oberrang einen Goldregen aus hunderten gelben Krepprollen niederprasseln. Noch einmal spüre ich das große Kribbeln am ganzen Körper und auch um uns herum – wohl gemerkt noch immer im Kieler- und somit gegnerischen Block – nichts als „Ooooh“ und „Aaaaah“, „Sieht das stark aus!“, und „Das ist ja der Hammer!“.

Und außen herum leuchten unzählige gelbe ’Knicklichter’ und Rahmen das Bild regelrecht ein und wir sind erleichtert, dass alles so reibungslos geklappt hat und sogar noch besser gewirkt hat, als erwartet. Zufrieden halten wir noch die letzten Momente bis zum Anpfiff fest, bevor wir uns dann endlich auf den Weg in den gelben Block machen, wo wir – allein am Outfit unschwer zu erkennen - auch hingehören. 

Als wir endlich unseren Platz erreichen, steht es gerade 2:3, wenige Minuten später führen unsere Jungs aber schon mit 4:3 und geben die Führung bis zur Pause auch nicht mehr ab. Die SG-Fans sind aus dem Häuschen, können kaum glauben was sie da sehen und die ersten Stimmen verabschieden sich bereits. Ein Ladiladiooooo nach dem anderen schallt durch die Halle, abwechselnd mit dem Badnerlied und weiterem Liedgut aus unserem Repartoir. Die Trommelstöcke werden auf eine harte Bewährungsprobe gestellt und unser Vokabular beschränkt sich für die sechzig Minuten auf einen Wechsel von „Jaaa!“ und „Neiiiiin!“, „Sch***!“ und „Yi-ha!“, dazu Flehen, Bitten, und Beten. 
 


Fast ein Heimspiel - Foto: Baden Lions

 

 

Die Partie ist nichts für schwache Nerven und nach einer zweiten erbarmungslosen Halbzeit und dem denkbar knappen Sieg in letzter Sekunde, sind wir mindestens genauso fertig und verschwitzt - „Ich glaub heut wird’s eng in der Dusche!“ - wie die Mannschaft – und genauso glücklich! Die Revanche gegen den HSV ist geglückt und Mariusz, der im letzten Jahr in der entscheidenden Situation am Keeper gescheitert war, konnte neben dem mit der Mannschaft auch einen persönlichen Sieg verbuchen, denn heute waren seine wichtigen Bälle erfolgreich im Netz gelandet.

Wieder ist es denkbar knapp, doch dieses Mal sind es die Badner, die zum Abpfiff wie Flummys auf Speed über das Feld hüpfen, schreien und gar nicht wissen, wem sie zuerst um den Hals fallen sollen. Uns geht es nicht anders, das gelbe Meer in U und O3 wird zum brodelnden Ozean, der Wellengang ist hoch wie nie und will gar nicht mehr abebben und die LionsCam weiß gar nicht, wohin sie zuerst filmen soll.

Wenig später kommt die strahlende Mannschaft, um sich das verdiente Lob abzuholen, Conny kann sich vor Begeisterung kaum beruhigen, David hebt zu einem Freudenhüpfer mit gefühlten 3 Metern Höhe ab und wir feiern uns gegenseitig, bis die Kieler und Flensburger das Feld für sich und ihr zweites Halbfinale haben wollen. „Nicht mal in Ruhe feiern kann man hier, spielt doch woanders!“ Man merkt, wie sich langsam aber stetig das Adrenalin wieder abbaut, denn nach den ersten zehn Minuten des THW-SG FH –Spiels, hängen die meisten erst einmal wie ein Schluck Wasser in der Kurve – aber wie ein glücklicher Schluck Wasser! – in ihren Sitzen und regenerieren sich.

Nach und nach kommen dann unsre glorreichen 14 aus der Dusche und mischen sich in unseren Block – „Wird Zeit dass die auch was gelbes bekommen, die blauen Shirts stechen voll raus!“ und sehen entspannt zu, wie die Kollegen ein Stockwerk tiefer darum kämpfen, am nächsten Tag ihr Gegner zu sein. Am Ende hat Kiel die Nase vorne und wir werden nach der Finalpaarung des Vorjahres somit nun auf den Halbfinalgegner von 06 treffen. Petr hätte lieber gegen Flensburg gespielt, aber Kiel „können wir auch schaffen“. Ob wir jetzt noch feiern, will er wissen. „Ja, ein Tässchen Tee wird’s noch geben.“ sage ich, kann aber ein breites Grinsen nicht unterdrücken. Sie selbst dürfen nicht feiern, das Kopfkissen ruft, aber „morgen dürfen wir dann auch!“ erklärt er – und grinst noch breiter.


 


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