Faszination Stefan Bellof

Die Motorsportbegeisterung wurde mir schon in die Wiege gelegt. Im zarten Alter von 8 Monaten erlebte ich den ersten GP auf dem Hockenheimring mit. Sieger wurde damals Jochen Rindt. Daran erinnern kann ich mich natürlich nicht.
Meine ersten Erinnerungen gehen ins Jahr 1976 zurück. Den Unfall von Niki Lauda auf der Nordschleife nahmen wir während unseres Östereich-Urlaubes in den Medien wahr. Das rote Auto, die Flammen, dieser junge Mann der diesen Unfall schwer veletzt überstand. Als er wenige Wochen später wieder im Auto saß, hatte er einen neuen ca. 7 Jahre alten Fan aus Deutschland.
Ein neues Talent - Name: Stefan Bellof
So ging das Jahre lang weiter. Ein Fahrer folgte dem Nächsten. Einen erfolgversprechenden deutschen Fahrer gab es aber leider nicht. 1982 beim F2 Rennen auf dem Hockenheimring nahm ich dann zum ersten Mal Kenntnis von einem neuen Talent. Das wunderschöne schwarze Auto mit den gelb-roten Streifen und ein begeistert winkender Fahrer auf der Zielgeraden. Erst später erfuhr ich seinen Namen - Stefan Bellof.

"Aus dem wird mal ein Großer", waren mein Vater und ich uns einig. So gut es ging verfolgte ich nun die Karriere. Damals kam bei weitem nicht so viel Motorsport im Fernsehen. Die Informationsquellen waren noch auf Papier gedruckt, Ralley Racing eine Pflichtlektüre. Stefan gewann ein Sportwagen Rennen nach dem anderen. 1984 kam dann der ersehnte Einstieg in die Formel 1. Eigentlich sogar schneller als erwartet. Endlich ein Deutscher der Rennen gewinnen kann.
Legendär der Auftritt beim Regenrennen in Monaco 1984. Bellof wurde Dritter hinter Prost und dem aufsteigenden Stern Senna. Was wäre wohl passiert, wenn das Rennen nicht abgebrochen worden wäre? Vielleicht hätte es einen Deutschen Sieger gegeben? Ein Jahr später ging dann endlich ein Traum in Erfüllung. Ich bekam ein Autogramm von Stefan. Es wurde gerahmt und an die Wand gehängt.
Schock aus dem Radio
Am 1. September 1985 war ich dann mal wieder mit meinem Daddy bei einer Ralley irgendwo im Saarland. Auf der Rückfahrt hörten wir Radio. Einen Tag, den ich nie mehr vergessen werde. Der Nachrichtensprecher lies kurz und schmerlos verlauten, dass nur wenige Wochen nach Manfred Winkelhock ein weiterer Fahrer bei einem Sportwagenrennen im belgischen Spa tödlich verunglückt ist, "Stefan Bellof hatte keine Chance".

Es war ein Schock! Stefan? Tod? Das konnte nicht stimmen! Die Angst wurde zu Hause am Fernseher zur Gewissheit. In einem bis heute höchst umstrittenen Unfall verlor das große deutsche Nachwuchstalent sein Leben. Stefan begleitete mich über viele Jahre hinweg.
Als das Internet in Mode kam, forschte ich als erstes nach ihm. Doch da war nichts zu finden. So wurde schnell der Entschluß gefaßt eine eigene Website über Bellof zu schaffen. Nach langer Vorbereitung (Texte, Bilder und Rennergebnisse sammeln) war es dann 1999 soweit. www.stefanbellof.de war geboren. Das ganze wurde größer und erfolgreicher als zunächst geplant.
Ich lernte viele Fans und alte Weggefährten von ihm kennen. Selbst seine Familie meldete sich bei mir. Heute gibt es wieder eine regelrechte Fangemeinde. Ein tolles Buch ist 2005 erschienen und seit kurzem gibt es in der Nähe von Gießen ein Museum. Mehr Infos dazu natürlich auf Stefans Website.






