Handball-EM 2004: Der Weg zum Titel
Der Weg zum Titel bei Handball-Europameisterschaften ist mühsam und anstrengend. Das musste auch die Deutsche Handball Nationalmannschaft 2004 in Slowenien erfahren. 8 Spiele in 11 Tagen standen auf dem Programm. Leichte Gegner: Fehlanzeige. Handball als europäische Domäne bietet bei einer EM nur Topteams auf. Deutschland spielte in Gruppe D. Gegner: Frankreich, Serbien & Montenegro, Polen.
So musste die Truppe von Bundestrainer Heiner Brand in jedem Spiel 100% geben. Nach der Auftaktniederlage gegen Serbien & Montenegro stand die DHB-Auswahl in den folgenden Begegnungen unter enormen Druck. Daraus ging die Mannschaft jedoch gestärkt und als echte Einheit hervor und überzeugte bis ins Finale mit einem unglaublichen Teamgeist, der letztlich den Unterschied ausmachen sollte.
Am Ende konnte Kapitän Daniel Stephan am 01. Februar 2004 den Lohn für die harte Arbeit entgegennehmen. Staffan Holmquist, schwedischer Präsident der Europäischen Handball Föderation (EHF), überreichte die goldene Siegerschale für den Handball Europameister 2004: Deutschland!

Die Gruppenspiele der deutschen Mannschaft in Gruppe D
Spiel 1: DHB gegen Serbien & Montenegro
22.01.2004 in der Hall Bonifika, Koper (ca. 2500 Zuschauer)
Ergebnis: 26:28 (10:12)
Deutschland spielte mit: Fritz (1.-46., 11 Paraden), Ramota (46.-60., 9 Paraden); Hens (1), Dragunski, Immel (n.e.), Schwarzer (2), Petersen, Zerbe (2), Baur (3/2), Zeitz, Jansen (8), Grimm (n.e.), Stephan (5/1), Kehrmann (5); Trainer: Brand
Serbien & Montenegro spielte mit: Sijan (52.-59., 0 Paraden), Peric (1.-52. und 59.-60., 16 Paraden); Djurkovic, Curuvija, Kokir (3), Ma. Krivokapic (6), Mi. Krivokapic (2), Djukanovic (1/1), Lapcevic, Petric (2), Matic (2), Milosavljevic (5/2), Andjelkovic (4), Nikolic (3); Trainer: Vujovic
Schiedsrichter: Breto / Trillo (Spanien)
Zeitstrafen: Deutschland 5, Serbien & Montenegro 8
Kurznotiz zum Spiel: Der Auftakt ging gründlich daneben. "Das war nicht nur eine enttäuschende, sondern auch eine schwache Leistung", fasste Bundestrainer Heiner Brand die Niederlage kurz und knapp zusammen. Für die Spieler hieß es, den Kopf nicht hängen zu lassen: "Der Medaillentraum ist noch nicht zu Ende. Aber erstmal müssen wir weiterkommen", holte Torwart Henning Fritz gleich zu Beginn der EM die erste Durchhalteparole raus. Torsten Jansen, der für den verletzten Stefan Kretzschmar, ins EM-Aufgebot gerückt ist, war mit 8 Treffern bester Schütze in einem ansonsten schwachen deutschen Angriff. "Die entscheidenden Probleme lagen im Angriff. Wir haben zuviele Bälle weggegeben", so Brand.
Spiel 2: DHB gegen Polen
23.01.2004 in der Hall Bonifika, Koper (ca. 2500 Zuschauer)
Ergebnis: 41:32 (21:13)
Deutschland spielte mit: Fritz (1.-60., 20 Paraden), Ramota (n.e.); Hens (1), Dragunski (1), Immel (1), Schwarzer (3), Petersen, Zerbe (5), Baur (12/6), Zeitz (1), Jansen (4), Grimm (1), Stephan (6), Kehrmann (6); Trainer: Brand
Polen spielte mit: Bernacki (1.-16., 45.-60. und ein 7m, 8 Paraden), Szmal (31.-45. und zwei 7m, 2 Paraden), Marszalek 16.-30 und ein 7m, 4 Paraden); Paluch, Lijewski (1), Tkaczyk (9/3), Nilsson (4), Bielecki (4/1), Lis (3), Wisniewski (4), Starczan (2), Jurasik (4), Wasiak (1), Jurkiewicz, Grabarczyk (n.e.); Trainer: Zajaczkowski
Schiedsrichter: Repensik / Pozeznik (Slowenien)
Zeitstrafen: Deutschland 6, Polen 8
Kurznotiz zum Spiel: Die Fans bekamen ein völlig andere DHB-Auswahl zu Gesicht. Aus einer sicheren Abwehr heraus schaffte es die Offensive diesmal die Bälle im gegnerischen Netz unterzubringen. 68% Chancenausbeute belegen die wiedergewonnen Stärke im Abschluss. Sicherheit gab vor allem auch die engespielte Achse des TBV Lemgo. Daniel Stephan, Markus Baur, Volker Zerbe, Christian Schwarzer und Florian Kehrmann brillierte im Angriff. "Wir haben den Grundstein in der Abwehr gelegt und vorne unsere Chancen gut verwertet", so ein zufriedener Bundestrainer Heiner Brand.
Spiel 3: DHB gegen Frankreich
25.01.2004 in der Hall Bonifika, Koper (ca. 2500 Zuschauer)
Ergebnis: 29:29 (14:13)
Deutschland spielet mit: Fritz (1.-50., 13 Paraden), Ramota (50.-60., 5 Paraden); Hens (6), Dragunski, Immel (n.e.), Schwarzer (7), Petersen, Zerbe (1), Baur (3/2), Zeitz (2), Jansen (4), Stephan, Kehrmann (6), Schöne; Trainer: Brand
Frankreich spielte mit: Omeyer (1.-60., 13 Paraden), Ploquin (n.e.); Dinart, Burdet (4), G. Gille (4), B. Gille (6), Anquetil (3/2), Golic (2), Girault, Karabatic (10/5), Kempe, Junillon, Abati (n.e.), Cazal; Trainer: Onesta
Schiedsrichter: Goulao / Macau (Portugal)
Zeitstrafen: Deutschland 7, Frankreich 5
Kurznotiz zum Spiel: Das Unentschieden gegen die Franzosen erhitzte die Gemüter. Nicht nur die überharte Ganghart von Gille, Anquetil und Co., auch die beiden portugisischen Schiedsrichter Goulao und Macauo sorgten mit ihren Entscheidungen für reges Kopfschütteln. "Ich fühle mich um den Sieg betrogen", wird Heiner Brand im Anschluss an dieses Unentschieden zitiert. Erst ahndeten die Referees ein schweres Foul von Guillaume Gille an Daniel Stephan, der mit Verdacht auf Gehirnerschütterung behandelt werden musste, nicht, dann übersahen sie auch noch den Schlag ins Gesicht von Gregory Anquetil bei Markus Baur. Gegen Ende der Partie wurde es dann richtig turbulent. Mit 29:26 führte Deutschland, als mit Volker Zerbe und Klaus-Dieter Petersen gleich 2 deutsche Spieler eine 2 Minuten Zeitstrafe aufgebrummt bekamen. Frankreich holte auf und Nikola Karabatic erzielte wenige Sekunden vor Schluss den Ausgleich per Siebenmeter. Durch die Niederlage der Polen gegen Serbien & Montenegro 29: 38, zog Deutschland mit 1:3 Punkten in die anstehende Zwischenrunde ein.
Zwischenrunde: Deutschland startete in Gruppe 2 mit Slowenien, Frankreich, Ungarn, Serbien & Montenegro, Tschechien
Spielort: Ljubljana
Spiel 4: DHB gegen Tschechien
27.01.2004 in der Hall Tivoli, Ljubljana
Ergebnis: 37:27 (19:12)
Deutschland spielet mit: Fritz (1.-60., 12 Paraden), Ramota (n.e.); Hens (7), Weber, Dragunski (1), Immel, Schwarzer (7), Petersen, Zerbe (2), Zeitz, Jansen (3), Grimm (n.e.), Stephan (8/4), Kehrmann (9); Trainer: Brand
Tschechien spielte mit: Musil (57.-60., 2 Paraden), Galia (1.-57, 15 Paraden); Nocar (5/1), Bruna (5), Hruby (2), Zemanek (1), Kraus, Kubes, Jicha (1), Filip (3/1), Farar, Berka (7), Radcenko (2), Juricek (1); Trainer: Trtik
Schiedsrichter: Hansson / Olsson (Schweden)
Zeitstrafen: Deutschland 3, Tschechien 8
Kurznotiz zum Spiel: Die Folgen der Partie gegen Frankreich waren auch im ersten Spiel der Zwischenrunde spürbar. Kapitän Markus Baur zog sich gegen Frankreich einen Meniskuseinriss zu und fiel für den Rest des Turniers aus. Für ihn wurde Steffen Weber nachnominiert. Ohne den eigentlichen Kopf der Mannschaft war nun vorallem der Teamgeist gefragt. Und Daniel Stephan. Der Lemgoer übernahm als Ersatz-Kapitän die Verantwortung und präsentierte sich als Führungsspieler. Der notwendige Sieg, um weiter Chancen auf das Halbfinale zu haben, wurde zu keinem Zeitpunkt aus den Augen verloren. "WIr haben von Anfang an dominiert, ohne überzeugt zu haben", so das Resümee des Bundestrainers.
Spiel 5: DHB gegen Slowenien
28.01.2004 in der Hall Tivoli, Ljubljana (ca. 7000 Zuschauer)
Ergebnis: 31:24 (18:10)
Deutschland spielet mit: Ramota (1.-60., 16 Paraden), Fritz (n.e.); Hens (5), Weber (1), Dragunski, Immel, Schwarzer (3), Petersen, Zerbe (3), Zeitz (2), Jansen (2), Stephan (8/5), Kehrmann (7), Schöne (n.e.); Trainer: Brand
Slowenien spielte mit: Podpecan (1.-10. und 44.-60., 3 Paraden), Lapajne (10.-44., 11 Paraden); Backovic (1), Vugrinec (3), Jovicic (4/3), Kastelic, Kavticnik (5), Bedekovic, Tomsic (1), Simonovic), Pajovic (2), Ficko (3), Zorman (4), Lubej (1); Trainer: Tiselj
Schiedsrichter: Breto / Trillo (Spanien)
Zeitstrafen: Deutschland 3, Slowenien 7
Kurznotiz zum Spiel: "Wenn die ganze Halle gegen einen ist, muss die Mannschaft Freude daran haben, dagegen zu halten", so die ganz einfache Parole von Heiner Brand vor dem Spiel gegen den bis dato unbesiegten EM-Gastgeber Slowenien. Christian Ramota stand für die Nummer 1 Henning Fritz im Tor und überzeugte mit einer starken Leistung. "Heute hat "Eros" mein Vertrauen gerechtfertig", so Brand. Insgesamt war es ein starkes Spiel des deutschen Teams, das aus einer sicheren Abwehr heraus im Angriff glänzen konnte. Die Slowenen machten zuviele Fehler, als dass sie hätten gefährlich werden können. Ihre Fans waren dagegen in Bestform und verwandelten die Halle in einen Wahren Hexenkessel. "Diese Mannschaft hat das Zeug Europameister zu werden. Das erwarte ich jetzt auch", forderte Ulrich Strombach, Präsident des Deutschen Handball Bundes nach der beeindruckenden Vorstellung seiner Mannschaft.
Spiel 6: DHB gegen Ungarn
29.01.2004 in der Hall Tivoli, Ljubljana (ca. 2500 Zuschauer)
Ergebnis: 28:23 (16:12)
Deutschland spielet mit: Fritz (1.-60., 21 Paraden), Ramota (n.e.); Hens (5), Weber (1), Dragunski, Immel, Schwarzer (1), Petersen, Zerbe (1), Zeitz (8), Jansen (3), Stephan (6/3), Kehrmann (3), Schöne (n.e.); Trainer: Brand
Ungarn spielte mit: Szatmari (n.e.), Fazekas (1.-60., 28 Paraden); Buday (3), Ilyes, Csaszar (1/1), Mezei (2), Mocsai (3/1), Gal (n.e.), Ivancsik (1), Rosta, Kertesz (4/1), Diaz (6), Pasztor (2), Nagy (1); Trainer: Skaliczky
Schiedsrichter: Plesa / Cirligeanu (Rumänien)
Zeitstrafen: Deutschland 7, Ungarn 5
Kurznotiz zum Spiel: Ein Bärenstarker Henning Fritz hat diesem Spiel seinen Stempel aufgedrückt. "Ich kann meine Quote von mehr als 50% gehaltener Bälle gar nicht glauben", so ein verwunderter Fritz zu seiner Leistung. Allerdings gab es einen weiteren Matchwinner ausdeutscher Sicht: Christian Zeitz vom THW Kiel. Er kam für den angeschlagenen Volker Zerbe ins Spiel und hämmerte dem ebenfalls sehr starken ungarischen Keeper Nandor Fazekas 8 Tore ins Netz. Heiner Brand konnte zufrieden sein mit seinen Jungs, die ins Halbfinale einzogen und ihren Traum vom EM-Titel weiterträumen durften.
Halbfinale
DHB gegen Dänemark
31.01.2004, 15 Uhr in der Hall Tivoli, Ljubljana (ca. 7000 Zuschauer)
Ergebnis: 22:20 (11:11)
Deutschland spielet mit: Fritz (1.-60., 22 Paraden (49%)), Ramota (n.e.); Hens (1), Weber (2), Dragunski, Immel (7), Schwarzer (2), Petersen, Zerbe (6), Zeitz (1), Jansen, Grimm (2), Stephan (1), Kehrmann; Trainer: Brand
Dänemark spielte mit: Hvidt (1.-45. und 55.-60., 17 Paraden), Bruun (45.-55., 2 Paraden); Bjerre (n.e.), Nielsen , K. B. Jörgensen (3), L. Jörgensen, Christiansen (4/2), Boldsen (1), Schnuchel (n.e.), Knudsen (3), Jakobsen, Stryger (3), Hjermind (n.e.), Jeppesen (5); Trainer: Winther
Schiedsrichter: Rancik / Beno (Slowakei)
Zeitstrafen: Deutschland 6, Dänemark 5
Kurznotiz zum Spiel: Deutschland gegen Dänemark war die Neuauflage des EM-Halbfinales aus dem Jahre 2002. Damals siegte die deutsche Auswahl und entsprechend motiviert gingen die Dänen in Slowenien zu Werke. Sie wollten unbedingt die Revanche und übertrieben dabei das Ballyhoo vor dem Anpfiff. Joachim Boldsen gab im Vorfeld der Partie dem Fernsehsender TV2 ein Interview, in dem er verlauten ließ, dass es deutsche Spieler gäbe, die er hassen würde. Unnötiges Anheizen der ohnehin sehr großen Emotionen im Halbfinale eines großen Turniers. Die Euphorie war besonders in Dänemark sehr groß. Die Einschaltquote lag bei ca. 5 Mio Einwohnern bei knapp 1,7 Mio. Gigantisch. In der Halle konnten die Deutschen auf lautstarke Unterstützung hoffen. Zum einen schrieen sich knapp 250 Fans in Schwarz-Rot-Gold die Kehle heiser, zum anderen waren die slowenischen Fans auf deutscher Seite, da Dänemark der direkte Konkurrent ihrer eigenen Mannschaft um das letzte verbliebene Ticket für die Olympischen Spiele in Athen war. Das Spiel entwickelte sich zu einem Kampfspiel. Die Dänen wollten den Kampf, Deutschland stellte sich dagegen. Vor allem die Abwehr um den überragenden Mittelblock Petersen/Zerbe agierte phänomenal. Und dahinter stand ein Henning Fritz, der wieder einmal das Prädikat "Weltklasse" verdient hatte. Er fabrizierte 22 Paraden (49% Quote) und zog den Dänen durch seine Paraden den letzten Nerv. Allerdings blieb die Partie bis zum Schluss ausgeglichen. Beeindruckend auch die Leistung von Steffen Weber, Heiko Grimm und Jan-Olaf Immel, die bis dato kaum Einsatzzeiten bekommen hatten. Immel war mit 7 Toren bester Schütze auf Seiten des DHB. "Das ist die Stärke der Mannschaft. Die Spieler, die bisher eher weniger gespielt haben, bringen etwas für die Mannschaft", zollte Bundestrainer Brand seinen Mannen Respekt.
Finale
DHB gegen Slowenien
01.02.2004, 17.30 Uhr in der Hall Tivoli, Ljubljana (ca. 7000 Zuschauer)
Ergebnis: 30:25 (16:10)
Deutschland spielet mit: Fritz (1.-40. und ein 7m, 11 Paraden (37%)), Ramota (40.-60., 6 Paraden); Hens (6), Weber, Dragunski (n.e.), Immel (n.e.), Schwarzer (2), Petersen, Zerbe (2), Zeitz (1), Jansen (2), Grimm (n.e.), Stephan (8/4), Kehrmann (9); Trainer: Brand
Slowenien spielte mit: Podpecan (7.-54., 7 Paraden), Lapajne (1.-7, 54.-60. und ein 7m, 2 Paraden), Skof (n.e.); Backovic, Vugrinec (6), Kastelic (1), Kavticnik (5), Bedekovic, Tomsic (1), Simonovic (1), Pajovic (3), Ficko, Zorman (4), Lubej (4)
Schiedsrichter: Hansson / Olsson (Schweden)
Zeitstrafen: Deutschland 1, Slowenien 3
Kurznotiz zum Spiel: Für die deutsche Mannschaft stand einiges auf dem Spiel. Es galt den "Finalfluch" zu besiegen. Die letzten beiden Endspiele bei EM und WM wurden verloren und Heiner Brand und seine Männer wollten nicht auch das dritte Finale verlieren und als ewiger Zweiter in die Geschichte eingehen. Die Wichtigkeit dieses Spiels wird vielleicht auch an der Tatsache deutlich, das die beiden verletzten Stammspieler, Stefan Kretzschmar (kam aus Magdeburg mit dem Auto nach Ljubljana) und Markus Baur zum Finale nach Slowenien reisten, um ihrer Mannschaft moralische Unterstützung zu geben. Dabei fieberte Kretzsche im Trikot mit der Nummer neun von Klaus-Dieter Petersen mit. Teamgeist pur. Die DHB-Auswahl ließ dann auch keinen Zweifel aufkommen, wer Europameister 2004 werden würde. Souverän gegen tapfer und aufopferungsvoll kämpfende Slowenen behielt Deutschland auch in engen Phasen, wie beim 21:18 nach knapp 42 Minuten, die Kontrolle und gab den Sieg nicht aus der Hand. In dieser Phase konnte dann auch Christian Ramota glänzen und hielt den DHB-Zug auf Goldkurs. Um 18:52 Uhr war es dann vollbracht. Deutschland war Europameister 2004. "Die Mannschaft hat einen tollen Charakter. Diesen EM-Titel schätze ich nicht geringer ein als den Weltmeistertitel 1978", erklärt Brand den vielleicht wichtigsten Vorteil seiner Mannschaft. "Wir haben es einfach verdient", jubelte Ersatzkapitän Daniel Stephan. Besonders erwähnenswert war auch das Verhalten der slowenischen Fans, die enthusiastisch, aber niemals unfair ihr Team unterstützten. Im Gegenteil: Am Ende feierten sie die deutsche Mannschaft, als wäre es ihre eigene. "Sehr beeindruckt hat mich die Fairness der slowenischen Fans. Die haben uns bejubelt, obwohl wir gerade im Finale ihre eigene Mannschaft geschlagen hatten", so Henning Fritz. Zu guter Letzt musste sich Heiner Brand dann von seinem geliebten Schnauzbart trennen. Ein Verlust, den er nach diesem Triumph gut und gerne verkraftet hat.
(anhe)






