HGW - 3 Initialien, die für einen der größten Springreiter der Welt stehen: Hans Günter Winkler
Hans Günter Winkler ist nicht nur gemessen an seinen Erfolgen eine Legende und schillernde Persönlichkeit in der Welt des Reitsports und darüber hinaus. Durch seine Art hat er stets polarisiert. Sein Hang zum Perfektionismus, seine Zielstrebigkeit, wenn es darum ging Erfolg zu haben, machten aus Winkler den erfolgreichen Sportler, der auch Jahre nach seinem Rücktritt aus dem aktiven Sport, noch immer Maßstab ist für die Weltelite, die ihm folgte. 105 Nationenpreise fanden mit ihm statt, an sechs Olympischen Spielen nahm er teil und errang jedes Mal eine Medaille.
Dabei war sein Weg in die Spitze schwer. Auf seinem Weg nach oben setzte es immer mal wieder Rückschläge. Doch dies zermürbte ihn keineswegs, sie machten ihn noch stärker. "Immer wenn man glaubte, ich sei unten, dann war ich am stärksten", so Winkler rückblickend auf seine Karriere. Bereits 1952 in Helsinki hätte Winkler seine Teilnahme an Olympischen Spielen feiern sollen. Sportlich in der Vielseitigkeit mit Halla qualifiziert, machten ihm die Statuten einen Strich durch die Rechnung. Er galt als Reitprofi, da er bei den amerikanischen Besatzungstruppen im Reitstall gearbeitet hatte. Später wurde er jedoch reamateurisiert. "Wenn man über einen roten Teppich gehen will, dann muss man ihn selber ausrollen", lautete sein Credo. Seine Triumphe waren hart erarbeitet. Dass es gerade in den Anfängen seiner Karriere nicht um das große Geld ging, unterstrich Winkler in einem Interview mit dem WDR: "Es ging um Essen, ganz simpel. Sponsoren gab es ja gar nicht. Einer hat mal einen Sack Hafer gegeben, oder man wurde eingeladen. Zum Essen", so Winkler zu seiner Antriebsfeder in den jungen Jahren.
Das er nicht nur an sich glaubte, sondern auch an seine Pferde, bewies er mit seiner später als "Wunderstute" weltberühmt gewordenen Halla. Keiner gab ihr eine Chance im Spitzensport. Keiner konnte ihr wahres Potenzial herauskitzeln. Winkler schaffte es. Halla dankte es mit ihrem unvergessenen Ritt in Stockholm und weiteren knapp 125 Siegen unter Winklers Führung. Auch Jahre später empfindet der Held im Sattel noch so etwas wie Dankbarkeit für seine Stute: "Trotz 5 weiterer Teilnahmen an Olympischen Spielen, waren die Reiterspiele 1956 die unvergleichbaren Spiele - durch das Pferd Halla". Weltweit galten die Beiden als Traumpaar in den Parcouren der Springerwelt. In der Dominikanischen Republik wurde sogar eine Sonderbriefmarke von HGW und Halla gedruckt.
Als Winkler 1986 beim CHIO in Aachen vor ca. 55.000 Zuschauern seine Karriere als Springreiter beendete, konnte er mit Stolz auf eine einzigartige Karriere zurückblicken: "Ich habe nur gedacht: Gott sei Dank, dass es vorbei ist. Nach all den Jahren habe ich einen heilen Namen und kann ganz oben aufhören". Für die Fans hat er stets seinen Platz in den Erinnerungen und auch Halla wurde mit einem Denkmal in Warendorf geehrt.
Steckbrief seiner einzigartigen Karriere
Seine größten Erfolge
1952, ´53,´54,´55,´59 Deutscher Meister im Springreiten
1957 Europameister der Springreiter
1954,´55 Weltmeister der Springreiter
1956,´60,´64,´68,´72,´76 Teilnahme an sechs Olympischen Spielen
(5 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze)
1965, ´68 King George V. Cup
1955,´56 Sportler des Jahres
1950-´60, 1960-´70 Sportler des Jahrzehnts
Lebenslauf von Hans Günter Winkler
Reitausbildung beim Vater
Einzug in den Wehrdienst
Ausbildung in einer Textilgroßhandlung in Frankfurt/Main (1948)
1950 Umzug nach Warendorf an das Deutsche Olympiade-Komitee für Reiterei
1950 Deutsches Reiterkreuz in Gold
1986 Abschied vom aktiven Reiterleben anlässlich der Weltmeisterschaft in Aachen
1991 Gründung der HGW-Marketing GmbH in Warendorf
Auszeichnungen für HGW
Silbernes Lorbeerblatt überreicht durch den Bundespräsidenten Herrn Prof. Theodor Heuss (1954)
Vorstand des Deutschen Reiter- und Fahrerverbandes (1958)
Goldene Ehrennadel des Internationalen Reiterlichen Vereinigung (1964)
Großes Bundesverdienstkreuz (1975)
Goldenes Ehrenzeichen des Reiter-Weltverbandes (1976)
Ehrenzeichen d. dt. Reiterverbandes in Gold m. olympischen Ringen Lorbeerkranz u. Brillanten
Friedensreiterpreis des Westf. Reitervereins von 1835 (1997)
Auszeichnung mit der “Goldenen Sportpyramide” für sein Lebenswerk (2000)
Verleihung des Silbernen Pferdes Kategorie Persönlichkeit Erfolgreichster Springreiter der Welt auf Olympischen Spielen (2002)
Deutsches Reiterkreuz in Gold mit Brillanten der deutschen Reiterlichen Vereinigung (2006)
Ehrenbürger der Stadt Warendorf (24.06.1956)
Landesorden Nordrhein-Westfalen (07.11.1991)
Deutsches Reiterkreuz in Gold
Auszeichnung mit dem Medienpreis Bambi (1990)
Auszeichnung mit dem Spoga Ehrenpreis für besondere Verdienste im Pferdesport (1990)
Große Verdienstkreuz mit Stern (2008)
Ehrenmitglied Aachen Laurensberger Rennverein, RuFV Warendorf, Ludwigsburg, Herborn, Darmstadt, Bayreuth, Kassel, Frankfurt/Main, Hünfeld
Mitglied des Deutschen Olympiade Komitees (1981)
Mitglied des Springausschuss des DOKR
Ehrenmitglied der Deutschen Reiterlichen Vereinigung
Mitglied des Ehrenkomitees der Spanischen Hofreitschule
Sportdirektor der Riders Tour
Herausgeber der Zeitschrift „DAS! Pferdemagazin“
Buchautor von fünf Büchern “Meine Pferde und ich” (1956), “Pferde und Reiter in aller Welt” (1957), “Halla - Die Geschichte Ihrer Laufbahn” (1961), “Olympiareiter in Warendorf” (1964), “Springreiten” (1979)