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 Oft benötigt - Foto: Tiedemann
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Wir erinnern uns gerne an die Bilder der WM 2006 in Deutschland. Unsere Helden feierten großartige Erfolge, die Kamera immer hautnah dabei. Unser landeseigenes Sommermärchen mit Poldi, Schweini & Co. Erst auf feinstem Rasen bei der Arbeit, danach in den stadioneigenen Wellnessbereichen. Und wer hätte ihnen die erholsamen Minuten in den Entmüdungsbecken und Duschoasen der Fußballarenen nicht gegönnt!?
Pilz statt Pils nach dem Spiel
Im wahren Leben sieht die Fußballerwelt ein kleinwenig anders aus. Die Helden der Kreisligen können von solch hygienischen Paradiesen nur träumen. Bei den Kickern vom Lande geht’s vom Spielfeld genannten Acker zumeist in Dusch- und Umkleidekabinen, die den Namen nicht verdienen. Hier herrscht Fußpilz- statt Schampusallergie.
Genau diese Zustände gepaart mit einer großen Portion Ironie und Humor brachten Arne Tiedemann und Mario Meisberger vom Kreisliga A Team SG Kollmar/Neuendorf aus Schleswig Holstein auf die Idee den „Kachelreport“ ins Leben zu rufen.
„Ich meine mich erinnern zu können, dass in einer Vorbesprechung zum darauffolgenden Auswärtskick jemand kurz sagte, dass er die Badelatschen nicht vergessen dürfe, da die Dusche des Gegners ein Quell der weltweiten Fußpilzkultur darstelle. Schnell wusste jeder Altgediente etwas zu dem Thema Auswärtsdusche und Umkleide in der Fremde beizutragen und man überbot sich mit eigenen Anekdoten: "Schlimmer ist doch die Dusche in ......", aber dafür ist die Kabine in ..... kleiner als ein Fahrstuhl". Der „Kachelreport“ war geboren“, so Tiedemann über die Entstehung der norddeutschen Duschsatire.
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 Duschromantik der Kreisliga - Foto: Tiedemann
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Ironie ist Trumpf
Fortan bildet die Digicam das beinahe wichtigste Untensil auf den schon gefürchteten Auswärtsreisen der Kolmarer Elf. Jeder Winkel der Gästekabinen wird genauestens unter die Lupe genommen. „Wieviel Platz hat die Mannschaft? Wie dick sind die Spinnweben an der Decke? Ist es vielleicht doch gesünder nassgeschwitzt heim zu fahren und dort zu duschen? Fragen über Fragen, die nach den Spielen beantwortet und fotografisch belegt werden.
„Um den satire- und ironiefreien Gegnern deutlich zu machen, dass die "Bauern aus Kollmar" das nicht ernst meinen und sich einen Spaß erlauben, haben wir dann natürlich auch die eigene Butze beschrieben“, entwaffnet Tiedemann gleich jeden, der Arroganz beim Urheber vermuten mag. Im Gesamturteil der jeweiligen Umkleiden, benotet wird durch Vergabe virtueller Wischmöpse, schneidet die eigene Nasszelle nämlich eher dürftig ab. Ein Mopp als Gnadenbrot und als Beweis der grandiosen Selbstironie, „ohne die dieser Spaß gar nicht zu machen wäre“, weiß Tiedemann.
Was mit den sportlichen Fähigkeiten der Hobbykicker passieren würde, wenn auch sie sich in den heimeligen Entmüdungsbecken der Fußballarenen lümmeln könnten, bleibt offen. Aber eines ist gewiss: Unsere WM-Helden wären durch die Umkleiden der Kreisligavereine wahrlich zu Heimduschern geworden. Und deshalb lautet unser Urteil auch: „So wie Kollmar & Co. duschen wahre Helden“.