Fragen an Pavo Grgic:
Was war dein größtes, schönstes sportliches Erlebnis?
Paralympics in Sydney
Gibt es Idole oder Vorbilder?
Alle behinderten Sportler, die an ihre Leistungsgrenze gehen, um ihr Ziel zu erreichen.
Welche sportlichen Ziele hast du für die Zukunft?WM-Cup-Gewinn in Kambodscha
Welche Art der Behinderung hast du?
Hüftversteifung und Beinverkürzung rechts um 8 cm
Wie bist du zum Leistungssport gekommen?
Leistungssport habe ich schon als Jugendlicher in Jugoslawien betrieben, was nach dem Unfall nicht mehr möglich schien, hat mir der Behindertensport in Deutschland wieder voll und ganz ermöglicht.
Wie wichtig ist der Sport für dich?
Nach Familie und Beruf kommt sofort der Sport
Seine Erfolge
2.Platz WorldCup Kanada 2005
3.Platz Weltmeisterschaft Mettmann 2004
2. Platz WorldCup 2001 (Puchov/Slovakei)
Fair-Play Preis Sieger 2001
3. Platz WorldCup 2003 (Rhodos Town/Griechenland)
Paralympicssieger Barcelona 92, Atlanta 96 und Sydney 2000
mehrfach Deutscher-, Europa- und Weltmeister
4.Platz Weltmeisterschaft 2002 in Wisla/Polen
Sein sportlicher Lebenslauf - Pavo Grgic stellt sich vor:
Im frühen Kindesalter spielte ich Fußball . Mit 14 begann ich mit dem Volleyball. 1979 hatte ich einen Unfall, der zu einer Beinverkürzung um 8 cm (rechts) und einer Hüftversteifung führte. Nach mehrjähriger Pause habe ich wieder mit dem Volleyballspiel begonnen.
1982 lernte ich meine spätere Frau Kerstin in Istrien kennen. Sie verbrachte dort Ihren Urlaub, während ich wegen einer weiteren OP im Krankenhaus lag. 1985 zog ich nach Uelzen, um zu heiraten. Seitdem arbeite ich als Maschinenführer bei einer Weinkellerei und Brennerei. Hier schloß ich mich dem TV Uelzen an, um Volleyball zu spielen. Mein Trainer kannte den Vorsitzenden des VSV Uelzen, Rudi Bechtloff, und meinte, ich könnte evtl. aufgrund der Behinderung im Versehrtensport gut aufgehoben sein.
Im gleichen Jahr nahm ich zusammen mit dem VSV Uelzen an den deutschen Meisterschaften teil, wo wir den 3. Platz belegten. Bei diesem Turnier wurde auch der Bundestrainer A. Papageorgiou auf mich aufmerksam. Jedoch konnte ich aufgrund meiner jugoslawischen Staatsbürgerschaft nicht im Nationalteam spielen. Natürlich spielte ich auch weiter beim TV Uelzen.
Beim VSV Uelzen versuchte ich mich in weiteren Sportarten wie Tischtennis, Schwimmen, Leichtathletik und Kegeln. In allen Disziplinen nahm ich an Niedersachsen- und deutschen Meisterschaften mit Erfolg teil, was mir meine erste Auszeichnung durch den Kreissportbund einbrachte. 1988, nach dreijähriger Ehe, beantragte ich die deutsche Staatsbürgerschaft, die ich 1989 erhielt, nachdem ich aus der jugoslawischen Staatsbürgerschaft entlassen worden war.
Leider war es für die Paralympics in Seoul zu spät, aber seit 1989 bin ich Mitglied der deutschen Volleyball-Standing-Mannschaft, wo ich als B-Spieler bewertet wurde und habe mittlerweile 137 Länderspiele. Zuerst als Hauptangreifer über die vier und später als Mittelblocker und Hauptannahmespieler. Die Erfolge der Nationalmannschaft seit meinem Beisein sind: 3 Weltmeistertitel, 5 Europameistertitel, 2 Vize-Weltmeister und 3 Paralympicsiege (Barcelona, Atlanta und Sydney), Mannschaft des Jahres in 2001. Ich selbst erhielt u.a. das silberne Lorbeerblatt.
Weil Uelzen keine schadensgerechte Behindertenmannschaft im Volleyball mehr aufstellen konnte und auch keine weitere Mannschaft in Niedersachsen an den deutschen Meisterschaften teilnahm, bin ich seit Jahren auch Mitglied der BSG Saarwellingen, mit der wir bereits 3 deutsche Titel erringen konnten. Im Nichtbehindertensport habe ich vom TV Uelzen zum SV Holdenstedt gewechselt, wo ich in der Landesliga spiele.
Zwischenzeitlich war ich auch Trainer der 1. Damenmannschaft des SV Holdenstedt, mit der wir den Aufstieg in die Regionalliga geschafft hatten. Bis zur letzten Saison hatte ich das Amt des Spielertrainers in der 2. Herrenmannschaft innegehabt, jedoch durch die starke Beanspruchung durch die Vorbereitung auf Sydney, mußte ich die Trainerposition aufgeben. Von den anderen Sportarten des Versehrtensports ist leider aus Zeitmangel nur noch das Kegeln übriggeblieben. Und dies beschränkt sich auch nur noch auf die Unterstützung der Mannschaft, wenn es zu Meisterschaften auf Landes- oder Bundesebene geht.