Nach einer wohlverdienten Pause treffen sich knapp vierzig FCler in der Lobby und der Busfahrer bringt uns netterweise ein Stück in Richtung Hafen. Doch die Suche nach der Adresse, die uns Tom gegeben hat, erweist sich als schwierig, bis wir uns schließlich in zwei Gruppen trennen, um so eher Platz zu finden.
Mittlerweile haben wir mehr von der Reeperbahn gesehen als wir wollten und sitzen um zehn Uhr endlich zu acht im Steakhaus. Als wir später das Restaurant wieder verlassen, grölt plötzlich ein ganzer Tisch: „SG Kronau Östringen, klasse gemacht, ihr habt's drauf, morgen holt ihr den Pott!!!“ nachdem sie unsere FC-Shirts gesehen hatten. Unglaublich, selbst in Hamburg scheint jeder gegen die eigene Mannschaft zu sein.
Pinguine und Löwen
Die Odyssee durch Hamburg geht weiter, bis wir nach U- und S-Bahn und per pedes um Mitternacht endlich das Hotel erreichen. Die andere Gruppe hat es sich dort mittlerweile in der Lobby bequem gemacht - nachdem sie in einer bekannten Fastfood-Filiale doch noch etwas zu essen gefunden hatten. Doch wenig später lagen die meisten, geschafft von einer eher schlaflosen Nacht und einem Kräfte- und vor allem nervenaufreibenden Tag, dann doch in den Betten.
Meine Nacht war zwar auch alles andere als erholsam, weil ich meinem Wecker nicht weiter als zwei Meter über der Weg traue, aber immerhin habe ich nicht verschlafen und trudele pünktlich um halb neun zum Frühstück ein. Ein lustiges Bild, dass sich uns bot: Im gesamten Hotel tummeln sich genau zwei Gruppen: Jede Menge ‚Pinguine’ in schrecklich teuer aussehenden dunklen Anzügen - und wir.
„Gut frühstücken, Leutz, Unterlage schaffen!“ rät man uns, denn wer weiß, was heute noch passiert. Aber die Unterlage hat gar nicht viel Zeit, denn neben der Kaffeetasse steht gleich mal das Sektglas - und „schmeckt nach mehr.“ Das ist eben einer der Vorzüge von Hotels dieser Preisklasse. Immer wieder rennen einzelne mit ihrem Glas zum Büffet, bis irgendwann einer meint: „Langsam wird’s mir aber zu blöd!“, aufsteht und mit einem Tablett und Sektflaschen wiederkommt.
Spott und Häme für einen Namenlosen
Plötzlich kommt Uwe und fragt nach dem Zimmernachbarn von jemandem. Dieser jemand, dessen Name hier besser unerwähnt bleibt - der arme Kerl hatte sich schon genug Sprüche anhören müssen, glaubt mir! – hatte sich nämlich ausgesperrt und stand nun im Schlafanzug auf dem Flur. Doch der Zimmernachbar, der erst am frühen Morgen aus dem nächtlichen Hamburg zurückgekehrt war, ließ sich auch durch das lauteste Klopfen nicht wecken.
Ein Blick in die Hamburger Tageszeitung - „Da muss man sich ja drei Tage frei nehmen um den Wälzer zu lesen!“ - und die vergebliche Suche nach Seite 19 verriet, dass sich schon jemand den Sportteil gemopst hatte. Doch als wir ihn in einer anderen Ausgabe schließlich doch finden, beschränkt sich der Artikel auf ein riesiges Bild von Pascal ’Pommes’ Hens und die Erwähnung unserer Mannschaft in einem kurzen Nebensatz. *hmpf*
Erleben Sie mehr! Das WE der Lions geht weiter:Teil 1: Baden Lions: Gelbe Welle zum FINAL FOURTeil 2: Jubel ohne GrenzenTeil 4: Letzte Vorbereitungen fürs FinaleTeil 5: Sieger der HerzenTeil 6: Stolz wie Oskar auf unsere Mannschaft