Auf dem Flur versammeln sich die Fans und warten auf den Bus, der - wenn das kein Omen ist - die Spielzeit in der Werkstatt verbracht hat. Als wir das Gebäude verlassen, ist es nur noch wenige Minuten hin, bis etwa 200m entfernt in der AOL-Arena ein Fußballspiel des HSV beginnt. Demnach voll und demnach blau ist es dort und wir haben alle Mühe, den Bus zu finden. „Ihr habt gerade verloren!“ ruft ein Fußball HSVler. „Nein wirklich? Gut dass du es sagst, hab mich schon gewundert, warum ihr so jubelt!“
Die erste Stunde der Fahrt verläuft ruhig, die Gedanken schwirren um das Spiel und wir merken die Müdigkeit. Während der ersten Rast ist es noch hell und viele hoffen, durch einen Kaffee die letzten Kraftreserven wecken zu können. Und wieder, wohin man hört: Niemand spricht von ’Verlierern’.Und zu dem letzten Quäntchen hat eben der eine oder andere Funke Glück gefehlt.
„Vizesieger, Vizesieger, hey, hey!“
Doch schlechte Laune hat gar keine Zeit um sich breit zu machen, denn bald stimmen die ersten auch schon die altbekannten Lieder einer jeden Auswärtsfahrt an. Zum „Kiel-Killer, Kiel-Killer, hey, hey!“ gesellt sich das „Vizesieger, Vizesieger, hey, hey!“ und anschließend wird gesungen, was CDs und Radio hergeben. Ich habe Werner die zweite Hälfte der Kopien gegeben und er hat sie in seinem Bus ausgeteilt und bald erklingt eine um die andere Strophe.
Kurz vor der ersten Rast überholt uns der andere Bus und wir rufen und winken und fuchteln - doch drüben scheint die Nachtruhe schon zugestiegen zu sein. Zu unserer Freude überholen sich die Busfahrer nun immer mal wieder und bald starten wir eine Welle zu den Kollegen - und einzelne ’wellen’ sogar zurück.
Stolz wie Oskar
Die vordere Fraktion versucht inzwischen vergeblich zu schlafen, doch spätestens als wir den ersten Schock verdaut und uns mit den Resten der Wochenendverpflegung in fester und flüssiger Form wieder gestärkt haben, ist daran nicht mehr zu denken.
Nachdem wir die ersten in Dossenheim und Kronau ’ausgesetzt’ haben, tuckern die Busse mit den letzten verbliebenen Passagieren zur Östringer Stadthalle. Dort klettert auch gerade die Mannschaft aus dem Bus und schleicht noch immer niedergeschlagen und ziemlich wortkarg zu ihren Autos. Es scheint, als hätten sie schon fast ein schlechtes Gewissen, dass sie UNS den Pott nicht geholt haben. Aber dass es dazu gar keinen Grund gibt, im Gegenteil, dass wir stolz wie Oskar sind, werden wir ihnen schon noch zeigen …
Erleben Sie mehr! Das WE der Lions geht weiter:Teil 1: Baden Lions: Gelbe Welle zum FINAL FOURTeil 2: Jubel ohne GrenzenTeil 3: Sekt zum FrühstückTeil 4: Letzte Vorbereitungen fürs FinaleTeil 5: Sieger der Herzen