Özlem Sahin is back - Sieg nach langer Pause


       


Feierte ein tolles Comeback in Cuxhaven: 
Özlem Sahin - Foto: Claudius Schell

Özlem Sahin (6-0-1, KOs 3), die mit Janina Benz (3-2-0, KOs 1) den einzigen Frauenboxkampf auf der Veranstaltung von Arena Boxpromotion in Cuxhaven/Germany bestritt, meldete sich eindrucksvoll zurück. 

Die zehn Monate Pause, in denen sie keine Kämpfe bekam, waren der Minimumgewichtlerin nicht anzumerken. Sahin dominierte von Anfang an ihre Gegnerin, die auch eine erfahrene und erfolgreiche Kickboxerin ist, nahezu nach Belieben. Immer wieder kam sie mit Links-Rechts-Kombinationen durch. In der dritten und vierten Runde kam sie fast mit jedem Jab durch, und die Rechten trafen hart.

In der vierten Runde knickte Benz nach einer Rechten zum Kopf ein. Sie konnte sich aber dann doch schnell erholen. Die letzten beiden Runden verliefen nach dem etablierten Muster, wobei Benz in der sechsten Runde wieder wackelte. Der Kampf fand im Junior Fliegengewicht statt. Die Punktrichter werteten den Kampf: 60:54, 60:54, 58:56. Sahin, die ihren ersten Sechsrunder bestritt, demonstrierte, warum sie von vielen für das größte Talent im Frauenboxen in Deutschland gehalten wird. 


Ein ansprechendes und unterhaltsames Programm

Arena Boxpromotion gastierte wieder in Cuxhaven und zeigte ein über weite Strecken sehr ansprechendes und unterhaltsames Programm. Der erste Kampf des Abends begann mit einer Überraschung: Hamid Rahimi (10-0-0, KOs 1) aus Afghanistan traf im Mittelgewicht auf Jevgenjis Kiselevs (3-4-0, KOs 2) aus Lettland. 

Rahimi versuchte mit überfallartigen Angriffen zum Ziel zu kommen, wobei er relativ viele Innenhände schlug. Im Infight wirkte er passiv bis hilflos. Lediglich in der dritten Runde konnte er einmal hart treffen. Rahimi boxte wie ein Punsher,  nur dass er offensichtlich gar keinen Punsh hat. 

Der Ringrichter verkündete nach vier Runden ein einstimmiges Unentschieden, was den Kampfverlauf wohl auch widerspiegelt. Nach Kampf legte die Ecke von Rahimi Protest gegen das Urteil ein.


Sahin souverän - Hoffnung auf weitere Kämpfe

Im zweiten Kampf meldete sich die Minimumgewichtlerin Özlem Sahin nach zehn Monaten ohne Kampf eindrucksvoll zurück. Sahin (6-0-1, KOs 3) traf in ihrem ersten Sechsrunder auf Janina Benz (3-2-0, KOs 1). 

Sahin dominierte die erfahrene und erfolgreiche  Kickboxerin mit ihren Links-Rechts-Kombinationen. In der vierten und sechsten Runde wackelte Benz, erholte sich jedoch immer wieder schnell. Die Punktrichter werteten den Kampf: 60:54, 60:54, 58:56. Es bleibt zu hoffen, das Ozlem Sahin, das wohl größte Talent im Frauenboxen in Deutschland, nun häufiger zu sehen ist.


Treffsichere Sahin: Die Linke fand ein ums andere Mal ins Ziel - Foto: Claudius Schell

Im folgenden Krampft trafen Magomed Yangubaev (4-0-1, KOs 0) aus Kasachstan und Valentins Morozovs (4-0-1, KOs 3) aus Lettland, der alle seine Kämpfe gegen Debütanten bestritten hatte, aufeinander. Die Leichtgewichtsbegegnung begann verhalten und endete abrupt. Die erste Kombination zum Kopf ließ Morozovs zu Boden gehen. Noch wackelig auf den Beinen stellte er sich erneut dem Kampf, um von einem Schlaghagel eingedeckt zu werden. Der Ringrichter stoppte den Kampf und beschützte den verteidigungsunfähigen Boxer. Das offizielle Urteil lautete: TKO 1 (2.40 min).

Pawlak boxte systematisch

Der vierte Kampf war eine einseitige Angelegenheit. Christian Pawlak (13-3-9, KOs 7) aus Deutschland traf im Super-Mittelgewicht auf Michal Bilak (19-10-0, KOs 10) aus der Tschechei. Pawlak boxte systematisch und überlegen, während Bilak nicht mehr als gelegentliche Einzeltreffer setzen konnte. Der Schützling von Graciano Rocchigiani punktete mit guten Kombinationen, konnte aber seinen Gegner, der sich verbissen wehrte und ab der vierten Runde einen stark blutenden Cut über dem linken Auge hatte, nicht vorzeitig besiegen.  Die Punktrichter werteten. 80:72, 80:72 und 79:73.

Der unbesiegte türkische Schwergewichtler Yakup Saglam (20-0-0, KOs 17) tat sich mit dem übergewichtigen, bleichen, erheblich kleineren und definitiv nicht austrainierten Ladislav Kovarik (8-3-0, KOs 3) aus der Tschechischen Republik schwer.  Kovarik, der seit der zweiten Runde stark aus der Nase blutete, versuchte sein Glück mit wilden und weit ausgeholten Schwingern. Erstaunlicherweise schlug Saglam auch nur Haken, bereitete seine Aktionen nicht mit der Führhand vor und traf auch nur selten. In der fünften Runde ging Kovarik endgültig die Puste aus. Der Ringrichter brach den Kampf ab, bevor er ernstlich Schaden nahm (TKO 5, 2:28 min).

Im sechsten Kampf des Abends, zeigte Wladimir Virchis, dass die einjährige Pause nach seiner Niederlage gegen Juan Carlos Gomez in dem WM-Ausscheidungskampf ihn hat rosten lassen. Eigentlich müsste ein Gegner wie Edgars Kalnars (20-19-0, KOs 11) aus Lettland für einen Schwergewichtler vom Kaliber eines Virchis eine einfache Aufgabe sein, aber dem war nicht so. Virchis versuchte seinem Kampfnamen „The Hunter“ alle Ehre zu machen und stapfte Kalnars nach, um ihn zu erlegen. Dieser wiederum versuchte nur zu überleben. In der dritten Runde nahm sich   Kalnars nach einem imaginären Tiefschlag eine Ruhepause, in der er sich wohl überlegte sich zu wehren. Hiernach wurde er immer aktiver, er kam sogar mehrfach mit Schlägen durch, wodurch der Sechsrunder doch munter und unterhaltsam wurde. Die Punktrichter werteten. 59:55, 59:55 und 59:56.



Für Sahin der Moment des Triumphes - Foto:
Claudius Schell

Schnelligkeit, Aggressivität und Härte bei Airich

Tiefschläge  spielten auch in dem folgenden Schwergewichtskampf zwischen Alex Mazikin (13-2-1, KOs 3) aus der Ukraine und Ondrej Pala (24-2-0, KOs 18) aus der Tschechei eine große Rolle. Mazikin, der zu keinem Zeitpunkt ein wahrnehmbares  Konzept gegen den schnelleren und besser boxenden Pala hatte, versuchte es immer wieder mit Körpertreffern. Einige von ihnen gingen dabei tief, was zu einem Punktabzug in Runde fünf führte, und andere gingen nicht tief, animierten Pala aber zu schauspielerischen Einlagen. Das wiederum führte dazu, dass Pala in Runde sechs angezählt wurde. Der sehr hart geführte Achtrunder endete mit einem Punktsieg für Pala (77:75, 80:69 und 80:72) und außerdem einem Veranstaltervertrag mit Arena für ihn.

Im achten und letzten Kampf des Abends boxte Konstantin Airich (12-2-1, KOs 10) aus Deutschland gegen Cisse Salif (23-16-2, KOs 21) aus Mali. Mit Salif bekam Airich, der in seinem vorletzten Kampf auch Ondrej Pala nach Punkten unterlegen war, einen schweren Gegner vorgesetzt. Salif ging unter anderen schon mit Tua, Akinwande und Solis über die Runden. Airich glich seinen Reichweitennachteil durch Schnelligkeit, Aggressivität und Härte aus. Zum Ende des Acht-Runden-Schwergewichtskampfes wurde Salif müde und wartete auf seine Chance als KO-Schläger. Dieser Plan ging fast auf. In den letzten Sekunden war Airich auf wackligen Beinen unterwegs im Ring, aber er konnte sich zum Schlussgong retten und einen komfortablen Punktsieg feiern. Die Punktrichter werteten den Kampf: 79:73, 79:75 und 78:74. 

Text: Uwe Betker 


Alles über das RedBull Air Race

Special

Die Helden der Lüfte - Alles über das Red Bull Air Race... weiter

Steckbriefe und Kurzportraits von A bis Z

Unsere Produktauswahl

Unsere Produktauswahl

Die Sporthelden-Produktauswahl bei Amazon... weiter