Die Olympischen Spiele 1952 in Oslo



Poster der Olympischen Spiele 1952 in Oslo 

Anlass: 

VI. Olympische Winterspiele

Ort: 

Oslo, NOR

Datum: 

14. Februar - 25. Februar 1952

Nationen/NOKs: 

30

Teilnehmer: 

laut IOC 694 (davon 109 Frauen) 

Sportarten:

6

Entscheidungen: 

22

Eröffnet durch: 

HRH Prinzessin Ragnhild

Olympische Eid: 

Torbjörn Falkanger (Skispringer)

Besonderheit: 

Erstmals wurden Olympische Spiele von einer Frau eröffnet


Die Olympischen Spiele 1952 in Oslo
(Kurz notiert - Ausführliche Berichte folgen)

 


Rückseite der Olympischen Medaille von den
Winterspielen 1952 in Oslo

1952 machten die Olympischen Winterspiele Halt im Mutterland des Skisports. Oslo wurde als Austragungsort gewählt und die Norweger wollten bei der Planung und Organisation scheinbar nichts dem Zufall überlassen. Bevor die eigentliche Arbeit des organisationskomitees begann, gründete man ein sogenanntes "Daten Komitee", um einen möglichst perfekten Zeitplan der Spiele auf die Beine zu stellen. 

Prognose und Auswertung der Wetter- und Schneebdaten wurden in Auftrag gegeben und das meteorologische Institut Oslo wertete Wetter-, Temperatur- und Niederschlagsbedingungen von über 40 Jahren aus. Heraus kam ein zeitraum vom 10. - 20. Februar, der für die Durchführung der Spiele am optimalsten schien.

Auch bei der Terminierung der einzelnen Veranstaltungen achtete man penibel darauf, dass Kollisionen vermieden wurden, um etwaige Transportprobleme zu verhindern. So kam es, dass die Winterspiele 1952 bereits einen Tag vor der offiziellen Eröffnung am 15. Februar im Bislett-Stadium in vollem Gange war. Die Riesenslalom-Wettbewerbe der Damen, Riesenslalom fand 1952 zum ersten Mal bei Olympia statt, und Läufe im 2-er Bob gingen bereits einen Tag vorher am 14.2.1952 über die Bühne. 

Um den Ablauf korrekt im Sinne der Olympic Charter zu halten, wurden in den beiden Austragungsorten Norefjell (Ski) und Frognerseteren (Bob) kleine "Vor"-Erföffnungsfeiern abgehalten. Mit einem sogenannten "Minute Programme", basierend auf Artikel 33 der Olympic Charter in dem die Prozedur der Eröffnung von Olympischen Spielen festgehalten ist, begannen die Spiele somit in einem kleinen Rahmen.

Das Nordische Feuer

Es waren aber auch die Winterspiele der Premieren. Erstmals fand ein Fackellauf und somit auch eine offizielle Entzündung des Olympischen Feuers bei Winterolympia statt. Der Fackellauf, der die besondere Beziehung Norwegens zum Skisport hervorheben sollte, führte von Morgedal nach Oslo und wurde nur von Skiläufern zelebriert. Das Feuer, das in diesem speziellen Fall eher ein "Nordisches" denn ein "Olympisches Feuer" war, wurde im Haus der norwegischen Skilegende Sondre Nordheim entzündet. 

Auch 1960, für die VIII. Olympischen Spiele 1960 in Squaw Valley wurde die Flamme dort entzündet. Nordheim, aus der Provinz Telemark stammend, hatte 1868 die erste Skibindung entwickelt. Letzter Fackelträger war Eigil Nansen, Enkel des norwegischen Polarforschers, Wissenschaftlers und Politikers Fridtjof Nansen. Nansen, 1922 Friedensnobelpreisträger, verschaffte dem Skisport durch sein Buch "Auf Schneeschuhen durch Grönland / The First Crossing of Greenland" weltweite Beachtung.


Logo der Winterspiele 1952 in Oslo

 

Zum ersten Mal wurden die Spiele durch eine Frau eröffnet. Prinzessin Ragnhild vertrat König Hakon VII, der in England der beisetzung von König George VI beiwohnte. Britische Sportler zogen deshalb auch mit einem Trauerflor am Arm zur Eröffnungsfeier ins Bislett Stadion. Portugal und Neuseeland feierten ihre erste Teilnahme bei den Winterspielen. 

Die DDR fehlte in Oslo

Hightech hielt Einzug - der erste Einsatz von Computern sorgte beim Eiskunstlauf dafür, dass die Wertungen und Ergebnisse unmittelbar nach dem Wettbewerb präsentiert werden konnten. 

Neben den Wettbewerben im Riesenslalom bei den Alpinen fand nun auch die Damen-Konkurrenz im Langlauf (10 Kilometer) Beachtung im Olympische Programm. Eishockey, wo es noch 1948 zum großen Skandal in St. Moritz kam, wurde weitere, noch größere Beachtung geschenkt. Erstmals fanden die Spiele Indoor statt. Oslo errichtete eigens eine Halle für die Eishockey-Olympioniken. 

Für Deutschlands Sportler war die Teilnahme und Einreise nach Norwegen nicht ganz problemlos. Um gültige Papiere zu bekommen, verlangten die Norweger für den deutschen Olympia-Tross sogenannte Entnazifizierungsbescheide. Auch sonst gestaltete sich die Aufstellung einer deutschen Mannschaft nicht einfach. Die DDR-Sportler fehlten, weil das IOC das geteilte Deutschland als ein Land betrachtete, das somit auch nur eine Mannschaft stellen durfte. Das NOK-West war verantwortlich, und obwohl Deutschland Ost und Deutschland West eine Vereinbarung für eine gemeinsame Teilnahme getroffen hatten, kam es nicht zu einer gesamtdeutschen Mannschaft. Die DDR zog ihr Einverständnis zurück und pochte auf eine eigenständige Teilnahme. Ihr Anliegen blieb jedoch ohne Erfolg. 

Die "schweren Jungs" aus Bob GER I sorgen für Regeländerung


Die riesige Begeisterung bei Fans und Zuschauern machte aus diesen Winterspielen im Mutterland des Skisports ein echtes Erlebnis. Beim Skispringen am legendären Holmenkollen kamen mehr als 100.000 Zuschauer auf ihre Kosten. Zu feiern gab es einen Doppelsieg der Gastgeber. Arnfinn Bergmann siegte vor Torbjørn Falkanger, der zudem Sprecher des Olympischen Eids war. 

Beim Eiskunstlauf verteidigte Richard "Dick" Button seinen Olympiatitel und führte einen neuen Sprung vor. Obwohl er nichts mehr riskieren musste, präsentierte er als erster Eiskunstläufer der Welt den dreifachen Rittberger (Triple-Loop). Im Paarlauf siegte das deutsche Ehepaar Paul und Ria Falk. Anschließend sollten sie das erste deutsche Eiskunstlauf-Paar bei "Holiday on Ice" werden. 

Im Bob waren die Schlitten aus Deutschland nicht zu schlagen. Im Zweierbob siegte Pilot Andreas "Anderl" Ostler zusammen mit Lorenz Nieberl. Da das Gewicht eine große Rolle spielte und Deutschlands Fahrer zu den schwersten im Feld zählten, waren sie auch im Vierer nicht zu bezwingen. 

Hjalmar "Hjallis" Andersen wird König der Oslo-Spiele

Allerdings siegten Bob GER I durch einen kleinen Trick. Das Team machte kurzerhand aus 2 Besetzungen eine. Uns so saßen hinter Pilot Ostler nur die richtig schweren Jungs. GER I brachte 468 KG auf die Waage, 58 KG mehr als die Ursprungsbesatzungen. Aufgrund dieses Vorteils war Gold sicher. Jedoch sah sich der Internationale Bosport-Verband im Anschluss an die Wettkämpfe gezwungen, ein Gewichtslimit einzuführen. Demnach durften 2-er Bob-Besatzungen nicht mehr als 200 KG wiegen, im Viererbob lag das Limit bei 400 KG für die Fahrer. 

Eisschnellläufer Hjalmar "Hjallis" Andersen holte sich dreimal die Goldmedaille. Als Olympiasieger über 1.500, 5.000 und die 10.000 Meter beendete der die Wettkämpfe auf der Natureisbahn im Bislett-Stadion. Auch Annemarie "Mirl" Buchner sammelte 3 Olympiamedaillen. Silber holte die Oberstaufnerin in der Ski Alpin Abfahrt, jeweils Bronze im Slalom und im Riesenslalom. 

Die Organisatoren erhielten für die Ausrichtung dieser Winterspiele eine besondere Anerkennung vom IOC. Sie bekamen den Olympischen Pokal verliehen. 

 Die Sportarten der Olympischen Winterspiele 1952 in Oslo

Olympiasieger 1952 und die Plazierten auf dem Podium: Hier wurde Gold, Silber und Bronze vergeben. Mit einem Klick gelangen Sie zur Übersicht der Medaillengewinner in den jeweiligen Disziplinen bei Olympia 1952 auf einen Blick!

Die Sieger auf einen Blick!

(Teilweise sind einzelne Disziplinen hier als eigenständige Sportart aufgeführt - andere sind unter der Hauptsportart gruppiert, wie z.B. Skispringen unter Ski-Nordisch, Bob unter Schlittensport) 

►Schlittensport

►Eiskunstlauf

►Eishockey

►Ski Nordisch

►Eisschnelllauf

►Ski Alpin

Ihr habt Anekdoten, Erlebnisse oder Kommentare zu den Berichten der Olympischen Spiele hier auf Sporthelden.de? Dann mailt an redaktion@sporthelden.de!!

 Der Medaillenspiegel der Olympischen Spiele 1952 in Oslo

 

Nation 

 

Gold 

Silber 

Bronze 

 

 

 

 

1.

Norwegen 

NOR

7

3

6

2.

Vereinigte Staaten von Amerika

USA

4

6

1

3.

Finnland

FIN

3

4

2

4.

Deutschland

GER

3

2

2

5.

Österreich

AUT

2

4

2

6.

Kanada

CAN

1

0

1

7.

Italien

ITA

1

0

1

8.

Großbritannien

GBR

1

0

0

9.

Niederlande

NED

0

3

0

10.

Schweden

SWE

0

0

4

11.

Schweiz

SUI

0

0

2

12.

Frankreich

FRA

0

0

1

13.

Ungarn

HUN

0

0

1


Erleben Sie mehr! Hier gehts zu unserem Special "Olympia"

Anmerk.: Aufgrund fehlender Standards und teils verlorengegangener und/oder lückenhafter Aufzeichnungen von den Olympischen Spielen, gerade in den Jahren 1896 - 1948, kann es bei den Angaben statistischer Werte zu den Olympischen Spiele zu Abweichungen zwischen den verschiedenen publizierten Werken über Olympia kommen. Die Angaben auf sporthelden.de sind nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert worden. Sporthelden.de kann keine Gewähr für die Richtigkeit übernehmen. Als Quellen dienten Angaben des IOC, die offiziellen Berichte der jeweiligen Spiele, sowie verschiedene anerkannte Standardwerke wie z.B. "Die Chronik" von Volker Kluge.


Alles über das RedBull Air Race

Special

Die Helden der Lüfte - Alles über das Red Bull Air Race... weiter

Steckbriefe und Kurzportraits von A bis Z

Unsere Produktauswahl

Unsere Produktauswahl

Die Sporthelden-Produktauswahl bei Amazon... weiter