Die Olympischen Spiele 1956 in Cortina d´Ampezzo



Poster der Olympischen Spiele 1956 in Cortina d´Ampezzo

Anlass: 

VII. Olympische Winterspiele

Ort: 

Cortina d´Ampezzo, ITA

Datum: 

26. Januar - 05. Februar 1956

Nationen/NOKs: 

32

Teilnehmer: 

laut IOC 821 (davon 134 Frauen) 

Sportarten:

6

Entscheidungen: 

24

Eröffnet durch: 

Staatspräsident Giovanni Gronchi

Olympische Eid: 

Giuliana Chenal Minuzzo (Ski Alpin)

Besonderheit: 

Erste Teilnahme der Sowjetunion, Deutschland trat mit einer gesamtdeutschen Mannschaft an


Die Olympischen Spiele 1956 in Cortina d´Ampezzo
(Kurz notiert - Ausführliche Berichte folgen)

 


Vorderseite der Olympischen Medaille von den
Winterspielen 1956 in Cortina d`Ampezzo

Das Olympia-Spektakel 1956 begann mit einem Stolperer und entwickelte sich zu einem Winterfest in den Dolomiten. Als Eisschnellläufer Guido Caroli als letzter Fackelträger auf Schlittschuhen seine Ehrenrunde im Eisstadion absolvierte, übersah ein 

Mikrofonkabel, geriet ins Straucheln und stürzte. Die Olympische Flamme brannte zur Erleichterung aller Beobachter weiter. 

Mit der Skiläuferin Giuliana Chenal Minuzzo sprach erstmal eine Frau den Olympischen Eid. Im italienischen TV-Sender RAI fand das IOC seinen ersten TV- und Medienpartner, der die Olympischen Spiele Live in die Wohnzimmer auf die Fernsehschirme brachte. Für die Übertragunsrechte musste RAI nichts bezahlen. Die beiden US-amerikanischen Sender NBC und CBS bekamen die Erlaubnis Filmaufnahmen zu machen. Um die Beiträge in der Heimat zu zeigen, mussten die Bänder aber erstmal in die USA transportiert werden.

Eine neue Sportmacht feierte Premiere

Eine weitere Premiere für die Sowjetunion, die bei den Olympischen Spielen 1956 ihre erste Teilnahme an Winterspielen feiern konnte. Wie erfolgreich dieses Debüt sein sollte, zeigt ein Blick auf den Medaillenspiegel von Cortina d´Ampezzo. Rang 1 für das Team der UDSSR, das besonders in den Wettbewerben beim Eisschnelllauf übermächtig erschien. Yevgeny Grishin holte sich zweimal Gold (500 und 1.500 Meter) und Boris Shilkov siegte über die 5.000 Meter. 

Pavel Kolchin durchbrach im Langlauf die Phalanx der Skandinavier und sicherte sich als erster Nicht-Skandinavier eine Medaille. Im Eishockey sollte die russische Teilnahme eine Wachablösung bedeuten. Die Sbornaja wurde Olympiasieger und beendete Kanadas Vormachtstellung.


Logo der Winterspiele 1956 in Cortina d`Ampezzo

 

Jedoch sind die Spiele in den Dolomiten mit einem ganz anderen Namen eng verbunden. 1956 sollten die Winterspiele des Österreichers Toni Sailer werden. Ihm gelang das Kunststück bei den ski Alpinen alle 3 Wettbewerbe zu gewinnen. Sailer, "der schwarze Blitz aus Kitz", ist als dreifacher Olympiasieger (Slalom, Riesenslalom, Abfahrt) DER Mann dieser Spiele. 

Die Toni Sailer Festspiele in den Dolomiten

Dabei gerieten seine Gegner zu Statisten, die mit großen Rückstand distanziert, geschlagen und düpiert wurden von dem jungen Held aus Kitzbühel. 

Sailer sollte in den folgenden Jahren Erfolge beim Film feiern und avancierte zum Volkshelden Österreichs. 1999 wurde er dann zu Österreichs Sportler des Jahrhunderts gewählt. Am 24. August 2009 verstarb Sailer in seiner Heimat nahe dem "Wilden Kaiser" in Kitzbühel.

Bei den Damen krönte sich die Schweizerin Madeleine Berthod zur Königin der Alpinen. An ihrem 25. Geburtstag holte sie sich Gold in der Abfahrt. Beim Eiskunstlauf war die USA das Maß aller Dinge. Im Damenwettbewerb siegte Tenley Albright vor Landsfrau Carol Heiss und bei den Männern war das Podium ganz in merikanischer Hand. Stars and Stripes holte Gold (Hayes Alan Jenkins), Silber (Ronald Robertson) und Bronze (David Jenkins/jüngerer Bruder des Olympiasiegers). Letztmals fanden bei diesen Spielen die Eiskunstlaufwettbewerbe im Freien statt.

Auf Wunsch und Forderung des IOC nahm Deutschland mit einer gesamtdeutschen Mannschaft teil. West und Ost mussten sich für die olympische Sache zusammenraufen. Als gemeinsame Hymne einigte man sich auf den Schlusschor "An die Freude" aus Beethovens Neunter Sinfonie. Ossi Reichert holte im Riesenslalom der Damen die einzige Goldmedaille für das gemischte Ost-/West-Team. Harry Glaß, Skispringer, sicherte sich als Dritter die erste DDR-Medaille bei Olympischen Spielen und geht als erster Medaillengewinner der DDR in die Sportgeschichte ein. 

 Die Sportarten der Olympischen Winterspiele 1956 in Cortina d´Ampezzo

Olympiasieger 1956 und die Plazierten auf dem Podium: Hier wurde Gold, Silber und Bronze vergeben. Mit einem Klick gelangen Sie zur Übersicht der Medaillengewinner in den jeweiligen Disziplinen bei Olympia 1956 auf einen Blick!

Die Sieger auf einen Blick!

(Teilweise sind einzelne Disziplinen hier als eigenständige Sportart aufgeführt - andere sind unter der Hauptsportart gruppiert, wie z.B. Skispringen unter Ski-Nordisch, Bob unter Schlittensport) 

►Schlittensport

►Eiskunstlauf

►Eishockey

►Ski Nordisch

►Eisschnelllauf

►Ski Alpin

Ihr habt Anekdoten, Erlebnisse oder Kommentare zu den Berichten der Olympischen Spiele hier auf Sporthelden.de? Dann mailt an redaktion@sporthelden.de!!

 Der Medaillenspiegel der Olympischen Spiele 1956 in Cortina d´Ampezzo

 

Nation 

 

Gold 

Silber 

Bronze 

 

 

 

 

1.

Sowjetunion

URS

7

3

6

2.

Österreich

AUT

4

3

4

3.

Finnland

FIN

3

3

1

4.

Schweiz

SUI

3

2

1

5.

Schweden

SWE

2

4

4

6.

Vereinigte Staaten von Amerika

USA

2

3

2

7.

Norwegen

NOR

2

1

1

8.

Italien

ITA

1

2

0

9.

Deutschland

GER

1

0

1

10.

Kanada

CAN

0

1

2

11.

Japan

JPN

0

1

0

12.

Polen

POL

0

0

1

13.

Ungarn

HUN

0

0

1


Erleben Sie mehr! Hier gehts zu unserem Special "Olympia"

Anmerk.: Aufgrund fehlender Standards und teils verlorengegangener und/oder lückenhafter Aufzeichnungen von den Olympischen Spielen, gerade in den Jahren 1896 - 1948, kann es bei den Angaben statistischer Werte zu den Olympischen Spiele zu Abweichungen zwischen den verschiedenen publizierten Werken über Olympia kommen. Die Angaben auf sporthelden.de sind nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert worden. Sporthelden.de kann keine Gewähr für die Richtigkeit übernehmen. Als Quellen dienten Angaben des IOC, die offiziellen Berichte der jeweiligen Spiele, sowie verschiedene anerkannte Standardwerke wie z.B. "Die Chronik" von Volker Kluge.


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