Die Olympischen Spiele 1964 in Innsbruck



Poster der Olympischen Spiele 1964 in Innsbruck



Anlass: 

IX. Olympische Winterspiele

Ort: 

Innsbruck, AUT

Datum: 

29. Januar - 09. Februar 1964

Nationen/NOKs: 

36

Teilnehmer: 

lt. IOC 1.091 (davon 199 Frauen) 

Sportarten:

7

Entscheidungen: 

34

Eröffnet durch: 

Bundespräsident Dr. Adolf Schärf

Olympische Eid: 

Paul Aste (Bob)

Entzündung der Flamme: 

Josef Rieder (Ski Alpin)

Besonderheit: 

2 Todesfälle im Training sorgen für Trauer


Die Olympischen Spiele 1964 in Innsbruck
(Kurz notiert - Ausführliche Berichte folgen)

 


Vorderseite der Olympischen Medaille von den
Winterspielen 1964 in Innsbruck

Österreich hatte sich sehr auf diese Olympischen Winterspiele 1964 gefreut. Nachdem 4 Jahre zuvor das unbekannte Örtchen Squaw Valley den Zuschlag bekommen hatte, war nun Innsbruck, die Tiroler Landeshauptstadt an der Reihe. 

2010 wurden diese Spiele in Innsbruck den Sport- und Olympiafans auf traurige Weise zurück ins Gedächtnis geholt. War es in Vancouver der georgische Rodler Nodar Kumaritaschwili, der beim Abschlusstraining auf der Rodelbahn in Whistler tödlich verunglückte, so hatten die Spiele 1964 gleich 2 Todesfälle unmittelbar vor dem Beginn dieser IX. Olympischen Winterspiele zu verkraften. 

Der australische Ski-Abfahrtsläufer Ross Milne stürzte beim Training am Patscherkofel und der in Polen geborene Brite Kazimierz Skrypecki, der bei der Olympischen-Premiere der Rodler auf der Bob- und Rodelbahn in Igls ebenso wie Kumaritaschwili 2010 in der Zielkurve verünglückte, starben und hinterließen Trauer und Schmerz. Schnell war eine heroische Schlagzeile für die Pisten gefunden: "The Course of Fear - Die Strecke der Angst". Zum Gedenken der beiden verstorbenen Sportler wurden während der Tage von Innsbruck die Flaggen auf Halbmast gesetzt. Die Olympische Fahne bekam einen Trauerflor und, genau wie in Vancouver 2010, wurde bei der Eröffnungsfeier eine Gedenkminute abgehalten. 

Dreifachtriumph für Österreich in der Damenabfahrt

Probleme hatten die Organisatoren mit dem Wetter. Warme Temperaturen, Föhn und Schneemangel machten den Einsatz des österreichischen Bundesheeres nötig. Prof. Friedl Wolfgang, Generalsekretär des Organisationskomitees, der bereits die Ski-WM 1958 perfekt in Szene setzen konnte, hatte weitsichtig Schneedepots angelegt, auf die man nun nach dem Wettereinbruch zurückgreifen konnte, um die Pisten in einen optimalen Zustand zu versetzen. Insgesamt waren knapp 20.000 Kubikmeter Schnee nötig, um die Pisten am Axamer Lizum zu präparieren. Für die Bobbahn in Igls verwendete man erstmals Kunsteis.


Logo der Winterspiele 1964 in Innsbruck

 

Da die Ski Nordisch Wettbewerbe nicht in Innsbruck sondern in Seefeld stattfanden, sahen sich die Macher dazu verpflichtet quasi zwei Olympische Dörfer zu bauen. Das große Olympische Dorf für die Mehrheit der Sportler befand sich direkt in Innsbruck, für die Nordischen bauten man in Seefeld ein kleines "Ableger"-dorf.

Mit der Mongolei, Indien und Nordkorea betraten 3 neue Länder die Olympische Bühne. Pil-Hwa Han sicherte Nordkorea mit Silber über 3.000 Meter Eisschnelllauf der Damen auch gleich die erste Medaille. 

Beim Ski Alpin der Damen wurde der Slalom und der Riesenslalom zu einer französischen Family Affair. Die beiden Schwestern Christine und Marielle Goitschel wechselten sich als Olympiasiegerin und Silbermedaillengewinnerin ab. Im Slalom holte sich die ältere Christine Gold, im Riesenslalom war ihre "kleine" Schwester ganz oben auf dem Olymp. 

Georg Thoma Fahnenträger der gesamtdeutschen Mannschaft

Es war das erste Mal in der Olympischen Geschichte, dass 2 Schwestern ganz oben auf dem Treppchen standen. In der Abfahrt am Hoadl schlug die Skination Österreich zurück. Christl Haas (Gold), Edith Zimmermann (Silber) und Gertrud "Traudl" Hecher (Bronze) machten den Dreifachtriumph der Alpenrepublik perfekt. Aus technischer Sicht interessant: Bei der Zeitmessung wurden die Hundertstelsekunden eingeführt. 

Bei den Olympischen Winterspielen 1976, die ebenfalls in Innsbruck stattfanden, sollte es dann eine Deutsche sein, die die Alpin-Wettbewerbe beherrschte. Rosi Mittermaier wurde in Abfahrt und Slalom Doppelolympiasiegerin. Zudem holte sie sich im Riesenslalom die Silbermedaille.

Manfred Schnelldorfer holte 1964 das erste deutsche Olympiagold im Eiskunstlauf und die Skispringer durften zwei Olympiasieger ausspringen. Neben dem Springen von der Großschanze, welches auf der legendären Bergisel-Schanze stattfand, wurde auf der Normal, bzw. der Kombinationsschanze, in Seefeld ein weiterer Olympiasieger ermittelt. Die Medaillen der beiden Springen gingen allesamt nach Finnland und Norwegen. 

In der Nordischen Kombination gewann Georg Thoma als Titelverteidiger die Bronzemedaille. Bei der Eröffnungsfeier im Skistadion am Bergisel trug er die Fahne der gesamtdeutschen Mannschaft. Das Olympische Feuer wurde zum ersten Mal in Olympia entzündet. Die Schlussfeier fand übrigens im Eishockeystadion statt.

Monti setzt Fairness vor Olympiasieg

 


Das deutsche Traumpaar Kilius/Bäumler
auf der Titelseite der "Bunte"
Anfang 1964

Die durch den tödlichen Unfall mehr als traurige Premiere vom Rodeln wurde von deutschen Fahrern beherrscht. Aufgrund des Tauwetters musste der Zeitplan der Rennen verändert werden. Ein Duell der besonderen Art lieferten sich die beiden Eislaufpaare aus Deutschland und der Sowjetunion. 

Hans-Jürgen Bäumler und Marika Kilius, das deutsche Traumpaar, zog gegen die russische Kombination Oleg Protopopov und Lyudmila Belousova den Kürzeren und mussten sich mit Silber zufrieden geben. Wenige Wochen nach ihrer "Schmach von Innsbruck" zeigten es Kilius/Bäumler all ihren Kritikern und wurden in Dortmund Weltmeister. Da die beiden Eislauf-Stars offenbar schon vor den Olympischen Spielen einen Eislaufrevue, bzw. Profivertrag unterschrieben hatten, mussten sie auf IOC-Beschluss ihre Silbermedaille von Innsbruck zurückgeben. Etliche Jahre später bekamen sie ihre Medaillen zurück und wurden als Zweitplazierte anerkannt.

Erfolgreichste Sportlerin bei diesen Spielen war Lidiya Skoblikova. Die Eisschnellläuferin holte viermal Gold. Klavdiya Boyarskikh dominierte im Langlauf mit drei Olympiasiegen. Die Sowjetunion rehabiliterte sich im Eishockey und holte sich den Olympiasieg zurück.

Ein Highlight der Spiele war sicher das sportliche Verhalten des italienischen Bobpiloten Eugenio Monti. Der mehrfache Weltmeister reiste als großer Favorit nach Igls und kehrte mit zweimal Bronze heim. Dass es nicht mehr wurde als Bronze, hat er seiner Fairness "zu verdanken". Da beim Bob der Briten Robin Dixon und Tony Nash ein Bolzen gebrochen war, lieh Monti, der seinen Wettkampf bereits beendet hatte, ein Ersatzteil von seinem Bob. Die Briten "bedankten" sich mit dem Olympiasieg, den sie nur mit dem geborgten Bolzen und der selbstlosen Hilfe Montis erringen konnten. Monit bekam im Anschluss die Pierre De Coubertin Medaille für Fairness und Sportsgeist.

Innsbruck begeisterte die Fans und die Organisatoren verkündeten, dass die eine Million Marke geknackt wurde. Sie verkündeten die Rekordzuscherzahl von 1.073,000 Zuschauern. 

 Die Sportarten der Olympischen Winterspiele 1964 in Innsbruck

Olympiasieger 1964 und die Plazierten auf dem Podium: Hier wurde Gold, Silber und Bronze vergeben. Mit einem Klick gelangen Sie zur Übersicht der Medaillengewinner in den jeweiligen Disziplinen bei Olympia 1964 auf einen Blick!

Die Sieger auf einen Blick!

(Teilweise sind einzelne Disziplinen hier als eigenständige Sportart aufgeführt - andere sind unter der Hauptsportart gruppiert, wie z.B. Skispringen unter Ski-Nordisch, Bob unter Schlittensport) 

►Biathlon

►Eiskunstlauf

►Eishockey

►Ski Nordisch

►Eisschnelllauf

►Ski Alpin

►Schlittensport

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 Der Medaillenspiegel der Olympischen Spiele 1964 in Innsbruck

 

Nation 

 

Gold 

Silber 

Bronze 

 

 

 

 

1.

Sowjetunion

URS

11

8

6

2.

Österreich

AUT

4

5

3

3.

Norwegen

NOR

3

6

6

4.

Finnland

FIN

3

4

3

5.

Frankreich

FRA

3

4

0

6.

Deutschland

GER

3

3

3

7.

Schweden

SWE

3

3

1

8.

Vereinigte Staaten von Amerika

USA

1

2

3

9.

Niederlande

NED

1

1

0

10.

Kanada

CAN

1

0

2

11.

Großbritannien

GBR

1

0

0

12.

Italien

ITA

0

1

3

13.

Nordkorea

PRK

0

1

0

14.

Tschechoslowakei

TCH

0

0

1


Erleben Sie mehr! Hier gehts zu unserem Special "Olympia"

Anmerk.: Aufgrund fehlender Standards und teils verlorengegangener und/oder lückenhafter Aufzeichnungen von den Olympischen Spielen, gerade in den Jahren 1896 - 1948, kann es bei den Angaben statistischer Werte zu den Olympischen Spiele zu Abweichungen zwischen den verschiedenen publizierten Werken über Olympia kommen. Die Angaben auf sporthelden.de sind nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert worden. Sporthelden.de kann keine Gewähr für die Richtigkeit übernehmen. Als Quellen dienten Angaben des IOC, die offiziellen Berichte der jeweiligen Spiele, sowie verschiedene anerkannte Standardwerke wie z.B. "Die Chronik" von Volker Kluge.


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