Das 50. Rennen - Jubiläum für die Air Racer Bonhomme und Besenyei
Großes Jubiläum für Besenyei und Bonhomme: 50. WM-Rennen in Deutschland LAUSITZ, Deutschland – Peter Besenyei aus Ungarn und der Brite Paul Bonhomme werden auf dem EuroSpeedway in Deutschland ein besonderes Jubiläum feiern – ihr 50. Rennen in der Red Bull Air Race-Weltmeisterschaft. „Ich habe einige wirklich besondere Momente durchlebt – ganz besonders bei den Siegen“, so der 54-jährige Besenyei, der seit 2001 viel für die Weiterentwicklung dieses Sports, der dann 2003 mit zwei Rennen aus der Taufe gehoben wurde, getan hat. „Zuerst hätte ich mir nie träumen lassen, dass die Rennen in der Tat so erfolgreich werden würden. Anfangs war ich immer froh, wenn das Rennen vorbei und die letzte Rennmaschine wieder sicher am Boden gelandet war. Einfach, wenn alles gut gelaufen ist. Es ist schon klasse, dass wir in den ganzen Jahren nie einen ersthaften Vorfall zu verzeichnen hatten. Das macht mich sehr glücklich, und es ist schön, dies so im Gedächtnis zu behalten. Die Rennen sind ein großer Erfolg für alle.“ Der in Ungarn als Nationalheld gefeierte Besenyei war der erste Pilot, der 2001 mit seiner Rennmaschine kopfüber unter der berühmten Kettenbrücke in Budapest hindurchgeflogen ist. Er hätte sich nach den ersten beiden Rennen 2003 in Zeltweg (Österreich) und Budapest nie vorstellen können, dass einmal bis zu einer Millionen Menschen die Events hautnah verfolgen würden – wie zum Beispiel in Rio de Janeiro. Auch bei den anderen Locations, Budapest, Barcelona oder Porto, waren mehr als eine halbe Millionen Motorsportfans direkt an der Rennstrecke. „Ich habe mich immer auf den sportlichen Wettkampf selbst konzentriert. Und ich bin mir sicher, dass sich niemand diesen enormen Erfolg der Serie hätte träumen lassen“, erklärt Besenyei. Im Jahr 2003 wurden zwei Rennen, ein Jahr später drei Rennen ausgetragen. 2005 wurde die WM-Serie dann mit insgesamt sieben Stationen offiziell aus der Taufe gehoben. 2006 umfasste die Weltmeisterschaft acht Rennen, 2007 insgesamt zehn, 2008 waren es wieder acht Rennen. Und 2009 und 2010 waren es jeweils sechs Stationen. Die große dominierende Kraft – Paul Bonhomme Bonhomme, der vor dem Abschlussrennen der Saison auf dem EuroSpeedway in der Lausitz einen Vorsprung von fünf Punkten hat, war in den vergangenen vier Jahren der dominierende Pilot der WM-Serie. Einen WM-Titel hat er bereits in der Tasche, und den zweiten scheint er sich in Deutschland holen zu können. 2007 und 2008 landete er jeweils auf dem zweiten Platz, in den ersten beiden Jahren der WM-Serie gehörte er eigentlich mehr zum Mittelfeld, beendete die Saison 2005 auf dem fünften Platz und 2006 auf dem vierten Platz des Gesamtklassements. Nach seinem ersten Rennen 2003 in Österreich hätte auch er sich nie träumen lassen, dass die WM-Serie einmal einen so großen Erfolg feiern würde. „Ich hätte nie geglaubt, dass wir einmal das 50. Rennen austragen“, so Bonhomme „und hatte überhaupt keine Vorstellung davon, wo wir einmal landen würden.“ Aber der Brite, der zu den selbstkritischsten und anspruchsvollsten Piloten der WM-Serie gehört, merkt an: „Ich glaube nicht, dass wir bereits das Ende der Fahnenstange erreicht haben. Es gibt immer noch so viele Verbesserungsmöglichkeiten, diesen Sport zu einem wahrhaft internationalen Sport machen zu können.“ Bonhomme setzt inzwischen auf eine Edge 540, in den früheren Rennen war es eine andere Maschine. „Ich saß in einer Sukhoi 26, und ich habe Blut und Wasser geschwitzt. Das war zwar das perfekte Flugzeug für die Aeorbatik, aber völlig ungeeignet für die Rennen”, erinnert sich der Brite. Seither hat Bonhomme einige Rekorde in Sachen Beständigkeit gebrochen – inklusive des Rekords, in den vergangenen zwölf Rennen jeweils auf dem Podest gelandet zu sein. Um genau zu sein, seit dem Saison-Abschlussrennen 2008. Und jetzt hofft er natürlich auf die „13“ am 7./8. August in der Lausitz. “Ein Rennen zu gewinnen, ist für mich immer der schönste Moment. Aus irgendeinem Grund kann ich mich auch nur an diese Rennen erinnern…“, so Bonhomme. Nur zögernd legt sich Bonhomme bei seinen bisherigen 13 Siegen auf einen fest, der für ihn besondere Bedeutung hat. Nach einigem Bohren und Drängen jedoch gibt der Brite zu, dass der Sieg beim Finale 2009 in Spanien, als er den Angriff des Österreichers Hannes Arch auf den WM-Titel abwehren konnte, wahrscheinlich der für ihn unvergesslichste Moment war. Besenyeis lange Reihe an Flugzeugen
“Die vielen verschiedenen Veränderungen in den vergangenen Jahren haben den gesamten Sport viel interessanter gemacht. Und das ist gut so“, erklärt Besenyei. „In jedem Sport gibt es eine Vorwärtsbewegung, wenn der Konkurrenzgedanke bei diesen Entwicklungen eine Rolle spielt.“ Bonhomme teilt Besenyeis Meinung, gibt aber zu bedenken, dass es noch einen anderen Aspekt dabei gibt – die Möglichkeit, immer weiter dazu zu lernen und sich zu verbessern. Ein Aspekt, der dem Briten besonders am Herzen liegt. Als er 2007 beim Rennen in Istanbul einen Pylonen touchierte, war dies für ihn ein überaus wichtiger Lernprozess. „Das hat mir in vielerlei Hinsicht erst richtig die Augen geöffnet. Ich habe mich jedoch von dieser Erfahrung erholt und daraus gelernt. Das war wohl das Beste, was mir passieren konnte.“ Die Zuschauer auf den Tribünen des EuroSpeedway können am 7./8. August einen einzigartigen Blick genießen – sie erleben hautnah, wie sich die Piloten vorbereiten, können sogar die Start- und Landevorgänge auf dem Runway genauestens beobachten. Während die meisten Red Bull Air Race-Rennen über Flüssen, Seen oder entlang von Meeresküsten stattfinden, gab es gerade einmal eine Handvoll Rennen, die über Land ausgetragen wurden. Dazu gehören Longleat (Großbritannien), Berlin, das Monument Valley (USA) sowie Interlaken (Schweiz) im Jahr 2007. Zum ersten Mal seit dem Red Bull Air Race in Interlaken im Jahr 2007 befindet sich der Race Airport auf dem gleichen Gelände wie die Rennstrecke. Zudem ist es das erste Rennen der Geschichte über einer permanten Rennstrecke. WM-Stand nach fünf von sechs Rennen der Red Bull Air Race-Weltmeisterschaft 2010: |





