DTM: Green siegt im Thriller vom Norisring
Jamie Green gewinnt Herzschlagfinale auf dem Norisring
In einer dramatischen Schlussphase konnte Jamie Green (Mercedes-Benz) das fünfte DTM-Saisonrennen 2012 auf dem Norisring für sich entscheiden. In der Fahrerwertung führt nach fünf von zehn Saisonrennen weiterhin Gary Paffett mit 95 Punkten.
Nürnberg. Mit einem Paukenschlag endete der fünfte DTM-Lauf auf dem Norisring. Der Brite Jamie Green im DTM Mercedes AMG C-Coupé krönte eine grandiose Aufholjagd mit seinem ersten Saisonsieg und trotzte den stetig wechselnden Wetterbedingungen. Der 30-Jährige lag drei Runden vor Ende des Rennens noch auf der dritten Position. Zunächst überholte er den kanadischen BMW-Piloten Bruno Spengler, um dann in der letzten Kurve noch am aktuellen DTM-Champion Martin Tomczyk (BMW) vorbeizuziehen und sich so seinen vierten Sieg im fünften Jahr in Nürnberg zu sichern.
Für seinen Arbeitgeber Mercedes-Benz ist es auf dem Norisring der zehnte Sieg in Folge. „Ich bin so stolz auf meinen Erfolg. Das Rennen war hart, aber ich habe mich sehr wohl im Auto gefühlt. Meine Reifen haben in den letzten zehn Runden unheimlich viel Grip aufgebaut, so konnte ich gewinnen“, erklärte der überglückliche Green.
Tomczyk, der als Zweiter nur 0,687 Sekunden hinter Green die Zielflagge sah, sagte nach dem Rennen: „Es ist schon ärgerlich, wenn man 75 Runden das Rennen anführt und dann doch nicht gewinnt. Aber mit Bruno und mir standen zwei BMW-Piloten auf dem Podium, das ist eine tolle Leistung.“ Sein Markenkollege Spengler vervollständigte das Podium als Dritter.
Einen beeindruckenden vierten Platz holte der Gesamtführende Gary Paffett (Mercedes-Benz). Bereits in der ersten Runde kam es aufgrund der Wetterbedingungen zu einer Massenkollision, bei der sich mehrere Fahrzeuge drehten, darunter auch das Fahrzeug des Briten. Der 31-Jährige fiel auf Platz 20 zurück, konnte sich aber durch strategisch gut geplante Pflichtboxenstopps und ein fehlerfreies Rennen bis auf Position vier zurückkämpfen. Paffett führt in der Gesamtwertung weiter mit 95 Zählern vor Green (69) und Spengler (58).
Auch Paffetts Markenkollege David Coulthard hatte Grund zu feiern. Der Schotte verbuchte mit Platz fünf seine bisher beste Platzierung in der DTM. Erfolgreichster Audi-Pilot beim einzigen Stadtrennen im DTM-Kalender wurde Mike Rockenfeller aus Neuwied. „Ich bin von Position elf gestartet, da ist ein sechster Platz am Ende gar nicht so schlecht. Die DTM ist hart, da muss man es so nehmen, wie es kommt“, sagte der 28-Jährige.
Enttäuscht waren der Brasilianer Augusto Farfus (BMW) und Mattias Ekström aus Schweden (Audi), die von den Plätzen drei und vier ins Rennen gingen. Beide waren ebenfalls in die Kollision am Rennbeginn verwickelt. Ekström stellte sein Fahrzeug direkt in der Box ab. Farfus versuchte, das Rennen zu Ende zu fahren, musste aber in Runde 16 aufgeben. Auch Ralf Schumacher (Mercedes-Benz) konnte ein bis dahin gutes Rennen nicht beenden. Der Kerpener lag sogar an der Spitze des Feldes, hatte dann aber mit technischen Problemen zu kämpfen und gab in Runde 46 auf.
Mercedes-Benz-Motorsportchef Norbert Haug: „Das war nichts für schwache Nerven, ein richtiger Thriller. Jamie hat das richtig gut gemacht. Ich wusste, dass er den Speed hat und hoffte auf einen Sieg. Der zehnte in Folge auf dem Norisring macht mich sehr glücklich und stolz. Wir heben aber nicht ab und denken, wir seien hier unschlagbar. Ich freue mich auch für Gary, weil er trotz des Startunfalls noch auf Platz vier fuhr.“
BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt: „Das war für mich natürlich ein Wechselbad der Gefühle. So kurz vor Ende des Rennen noch den sicheren Doppelsieg zu verlieren ist ärgerlich, aber wir haben vier Autos in den Top-Ten, davon zwei auf dem Podium. Das ist ein Riesenerfolg für BMW und ich bin mehr als zufrieden. Ich freue mich auf das nächste Event in München. Das Stadion liegt in Sichtweite zu unserem Hauptsitz.“
Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich: „Das war heute mehr als enttäuschend. Für uns war das Rennen praktisch schon in der ersten Kurve gelaufen, als ‚Eki’ auf seinen Vordermann geschoben wurde und fast alle unsere Autos in die Karambolage verwickelt wurden. Mike Rockenfeller kam unbeschadet durch die erste Kurve, aber auch er hat beim ersten Boxenstopp viel Zeit verloren.“
Das Rennen im Detail
Lufttemperatur: 20,0 °C
Asphalttemperatur: 23,5 °C
Info Die Renndistanz beträgt 82 Runden und es werden zwei Einführungsrunden gefahren.
13:30 Uhr Start in die Einführungsrunde.
1. Runde Paffett kann beim Start seine Führung behaupten und Green kann sich gegen Ekström durchsetzen. In der Spitzkehre kommt es zu mehreren Kollisionen - unter anderem dreht sich Paffett. Die Strecke ist blockiert und das Safety Car wird rausgeschickt. Ekström kommt an die Box und gibt auf.
2. Runde Reihenfolge hinter dem Safety Car: Schumacher, Tomczyk, Spengler, Green, Vietoris, Priaulx, Tambay, Rockenfeller, Coulthard und Wickens.
3. Runde Safety Car kommt am Ende der Runde an die Box. Dann ist das Rennen wieder freigegeben.
5. Runde Rockenfeller und Coulthard überholen Tambay, der auf Platz acht zurückfällt.
7. Runde Schumacher, Tomczyk und Spengler haben sich auf Green bereits einen kleinen Vorsprung herausgearbeitet: 3,7 Sekunden beträgt der Rückstand des Briten auf Spengler.
8. Runde Merhi und Tambay berühren sich in der Dutzendteichkehre. Tambay dreht sich.
10. Runde Scheider ist von Startplatz 21 bereits auf Platz 12 vorgefahren.
11. Runde Mortara und Paffett kämpfen um Platz 15.
13. Runde Schumacher führt das Rennen am Norisring vor Tomczyk, Spengler, Green, Vietoris, Rockenfeller, Coulthard, Wickens, Priaulx, Hand, Merhi, Albuquerque, Molina, Scheider und Paffett an.
14. Runde Merhi wird wegen der vermeidbaren Kollision mit Tambay verwarnt. Paffett überholt Scheider für Platz 14.
15. Runde Farfus kommt an die Box und stellt sein Fahrzeug ab.
16. Runde Führungswechsel: Tomczyk, Spengler und Green können Schumacher nach einem Problem beim Herausbeschleunigen aus der Dutzendteichkehre überholen.
20. Runde Paffett konnte sich um eine weitere Position verbessern: Der Brite überholt Molina für Platz 13.
21. Runde Tambay kollidiert mit Wolff in der Grundigkehre und dreht ihr Auto. Wolff kommt an die Box und gibt auf.
23. Runde Paffett überholt Merhi, der seinen Markenkollegen überholen lässt. Durchfahrtstrafe gegen Tambay wegen der Kollision mit Wolff. Hand kommt zum ersten Pflichtreifenwechsel an die Box.
24. Runde Tambay kommt zur Strafe an die Box.
25. Runde Scheider kommt zum Pflichtboxenstopp herein.
26. Runde Tomczyk kann seinen Vorsprung auf Spengler leicht ausbauen: 1,3 Sekunden trennen die beiden BMW-Piloten.
29. Runde Green auf Platz drei kann den Rückstand auf Spengler verkürzen. 0,5 Sekunden trennen die Kontrahenten.
30. Runde Erster Boxenstopp von Vietoris - und auch Mortara kommt zum Reifenwechsel herein.
31. Runde Albuquerque und Merhi an die Box.
32. Runde Paffett berührt Priaulx in der Grundigkehre. Boxenstopps von Jamie Green, Robert Wickens und Miguel Molina.
33. Runde Boxenstopp von Adrian Tambay.
34. Runde Mike Rockenfeller kommt zum Boxenstopp.
35. Runde Erster Boxenstopp von Martin Tomczyk. Auch David Coulthard biegt in die Boxengasse ein.
36. Runde Mortara dreht nach einem Verbremser in der Grundigkehre seinen Konkurrenten Merhi. Boxenstopp von Bruno Spengler.
37. Runde Die Rennleitung entscheidet, dass Mortara nach der Kollision mit Merhi diesen wieder überholen lassen muss.
39. Runde Merhi und Tambay kämpfen Seite an Seite ausgangs des Schöller-S.
40. Runde Zweikampf zwischen Hand und Merhi in der Grundigkehre. Hand kann beim Anbremsen auf die Dutzendteichkehre überholen. Schumacher an die Box.
41. Runde Mortara kommt an die Box und beendet das Rennen vorzeitig.
44. Runde In der Grundigkehre fährt Coulthard eine sehr weite Linie und Wickens kann für Platz sieben überholen.
45. Runde Ausgangs des Schöller-S hat Schumacher erneute Probleme mit seinem Fahrzeug. Am Ende der Runde kommt er an die Box und gibt auf.
47. Runde Boxenstopp von Dirk Werner.
52. Runde Joey Hand an die Box.
53. Runde Boxenstopps von Green und Albuquerque.
57. Runde Gary Paffett kommt zu seinem ersten Boxenstopp herein. Zweiter Boxenstopp von Tomczyk.
58. Runde Paffett kommt hinter Vietoris zurück auf die Strecke. Frey kommt zu ihrem zweiten Stopp an die Box.
59. Runde Auf der Start-Ziel-Geraden überholt Paffett seinen Teamkollegen Vietoris. Vietoris, Wickens und Molina steuern die Box an, Vietoris wechselt auf Slicks.
60. Runde Coulthard, Werner und Tambay kommen an die Box.
61. Runde Paffett absolviert seinen zweiten Stopp.
62. Runde Letzter Stopp für Spengler. Auch Rockenfeller und Priaulx an der Box.
64. Runde Zwischenstand: Tomczyk, Spengler, Green, Paffett, Vietoris, Coulthard, Rockenfeller, Priaulx, Wickens, Werner.
65. Runde Scheider dreht sich in der Dutzendteichkehre nach einem Schubser von Molina.
66. Runde Coulthard schiebt sich an Vietoris vorbei für Platz fünf. Molina steht unter Beobachtung der Rennleitung für die Kollision mit Scheider.
70. Runde Das Rennen läuft auf Zeit, die angesetzte Rundenanzahl kann nicht mehr erreicht werden.
71. Runde Die beiden BMW-Fahrer Tomczyk und Spengler führen an der Spitze mit rund sechs Sekunden vor Green auf Position drei.
72. Runde Green verkürzt den Vorsprung drastisch.
74. Runde Green hat den Rückstand auf Spengler auf 1,8 Sekunden verkürzt.
76. Runde Green setzt sich in der Dutzendteichkehre durch und übernimmt Platz zwei von Spengler.
77. Runde Green setzt Tomczyk unter Druck.
78. Runde Green überholt Tomczyk in der letzten Kurve der letzten Runde. Tomczyk und Spengler komplettieren das Podium vor Paffett, Coulthard, Rockenfeller, Priaulx, Vietoris, Wickens und Werner.
Stimmen nach dem DTM-Rennen auf dem Norisring
Jamie Green (Mercedes AMG C-Coupé), Sieger: „Meine Reifen boten in den letzten zehn Runden sehr guten Grip und meine Pace war sehr stark. Mein Mercedes AMG C-Coupé funktionierte erstklassig und ich hatte in den letzten Runden stets ein Lächeln auf den Lippen. Letztlich hatte ich in einem wahnsinnig spannenden Rennen das glückliche Ende für mich und konnte Bruno Spengler und Martin Tomczyk noch überholen. Ich bin überglücklich über diesen Sieg. Es ist mein vierter Sieg auf dieser Strecke und der zehnte für Mercedes-Benz hintereinander auf dem Norisring – ein fantastischer Tag.“
Gary Paffett (THOMAS SABO Mercedes AMG C-Coupé), Vierter: „Glückwunsch an Jamie und Mercedes-Benz zum Sieg bei diesem turbulenten Rennen. Ich hatte einen guten Start, wurde aber am Heck getroffen und fiel so bis ans Ende des Feldes zurück. Im Verlauf des Rennens konnte ich mich bis auf Rang vier nach vorne kämpfen – das ist ein versöhnliches Ende, vor allem da ich meine Führung in der Meisterschaft ausbauen konnte.“
David Coulthard (DHL Paket Mercedes AMG C-Coupé), Fünfter: „Der fünfte Platz ist ein zufriedenstellendes Ergebnis für mich. Auf dieser Strecke gewinnt der Schnellste und das war ich heute leider nicht – umso mehr möchte ich Jamie zu seinem vierten Sieg auf dieser Strecke beglückwünschen! Das war eine erstklassige Leistung von ihm! Auch als Team haben wir ein gutes Gesamtergebnis erzielt, speziell unter diesen schwierigen Bedingungen.“
Christian Vietoris (Mercedes-Benz Bank AMG C-Coupé), Achter: „Ich hatte heute ein gutes Rennen, obwohl der zweite Boxenstopp nicht ganz perfekt verlief. Wir gingen ein kleines Risiko ein und wechselten auf Slicks, leider wurde der Regen danach wieder etwas stärker. Aber die Entscheidung war richtig, denn ohne den neuerlichen Regen hätte die Strategie aufgehen können.“
Robert Wickens (stern Mercedes AMG C-Coupé), Neunter: „Die Freude über meine ersten Punkte in der DTM ist riesig. Zeitweise lag ich im Rennen sogar auf dem fünften Rang, doch dann bauten meine Reifen etwas ab und ich fiel auf Rang neun zurück. Ich bin mit meinem bislang besten DTM-Resultat dennoch zufrieden und hoffe, dass im Laufe der Saison noch weitere Punkte folgen werden.“
Roberto Merhi (Junge Sterne Mercedes AMG C-Coupé), 13.: „Das war heute ein verrücktes Rennen und die Bedingungen waren für alle sehr schwierig. Ich hatte einen guten Start, leider wurde ich im Verlauf des Rennens von einem anderen Piloten getroffen. Jetzt freue ich mich auf das Show-Event in München – das wird sicherlich ein großer Spaß für uns Fahrer und die Zuschauer im Olympiastadion.“
Ralf Schumacher (Mercedes AMG C-Coupé), ausgefallen: „Schade, das Rennen begann für mich super. Ich lag in Führung, hatte einen sehr guten Rennspeed und konnte auch bei diesen schwierigen Bedingungen auf dem Norisring vorne bleiben. Leider hatten wir dann ein technisches Problem und ich musste vorzeitig aufgeben – das kann passieren. Heute wäre ein sehr gutes Resultat für mich möglich gewesen.“
Susie Wolff (TV Spielfilm Mercedes AMG C-Coupé), ausgefallen: „Das Rennen war für mich leider frühzeitig zu Ende. Ich hatte vorne links einen Schaden an der Vorderachse, danach wurde ich von einem Audi-Fahrer umgedreht. Ich bin natürlich sehr enttäuscht, da im Qualifying als auch im Rennen für mich ein besseres Ergebnis möglich gewesen wäre.“
Norbert Haug, Mercedes-Benz Motorsportchef: „Was für ein Krimi - letzte Runde, letzte Kurve, Sieg Jamie Green. Zum vierten Mal hat Jamie das hier geschafft und unsere Mannschaft zum zehnten Mal in Folge und zwölf Mal bei den letzten 14 Rennen. Das Rennen mit Start im Regen ohne Safety Car begann so, wie ich befürchtet hatte: Stau in der ersten Spitzkehre und ein BMW-Fahrer, der eine Kettenreaktion auslöste, die dafür sorgte, dass der bestplatzierte Audi von Mattias Ekström ausfiel und der Spitzenreiter und Meisterschaftsleader Gary Paffett umgedreht wurde und an das absolute Ende des Feldes fiel. Dass Gary dann im Ziel trotzdem Vierter wurde, zeigt seinen Speed. Den hatte auch Jamie in bestechender Manier - was für eine Fahrt speziell in den letzten zehn Runden unseres zehnten Siegs in Folge. Ralf Schumacher war als Führender Siegkandidat, bis ihn Elektronikprobleme bremsten, David Coulthard fuhr von 14 auf 5 und im Ziel hatten wir fünf Mercedes AMG Coupés auf den ersten neun Plätzen. Ich bedanke mich bei unserer ganzen Truppe, alle haben hier mustergültig gearbeitet und sich damit den wunderbaren Lohn geholt, sich so eindrucksvoll gegen die so starken Gegner von BMW und Audi durchzusetzen. Heute Abend gibt es eine kleine Feier bei uns, und alle haben sich diese verdient.“
Dr. Wolfgang Ullrich (Audi-Motorsportchef): "Das war ein Wochenende zum Vergessen. Für uns war schon nach der ersten Kurve klar, dass es nicht unser Tag wird. Das Auto von ‚Rocky’ (Mike Rockenfeller) war so ziemlich das einzige unserer Autos, das dort heil herausgekommen ist. Alle anderen waren in das Gerangel verwickelt, Edo (Mortara) und Mattias (Ekström) mussten deshalb sogar aufgeben. Die meisten anderen Autos waren angeschlagen und konnten deshalb sicher nicht ihre volle Leistung abrufen. Jetzt gibt es nur eines: Schnell vergessen und nach vorne schauen."
Mike Rockenfeller (Schaeffler Audi A5 DTM), Platz 6: "Von Startplatz elf waren meine Erwartungen nicht sehr hoch. Das wechselhafte Wetter hat mir natürlich ein bisschen in die Karten gespielt, aber trotzdem war mein Rennen nicht ganz optimal. Der Schlüssel auf dem Weg nach vorn war die erste Kurve, in der ich bei dem ganzen Gerangel innen heil durchgekommen bin. Danach habe ich mich nur noch darauf konzentriert, schnelle Runden zu fahren. Der sechste Platz ist für mein Team und für mich das Maximum, was möglich war."
Filipe Albuquerque (TV Movie Audi A5 DTM), Platz 11: "Mein Start war sehr gut, ich konnte drei Positionen gut machen. Ich lag hinter Edo (Mortara), dann blieben wir beide in der ersten Kurve stecken und ich fiel weit zurück. Danach habe ich mich vom 17. Platz aus nach vorne gekämpft und bin bis auf den elften Platz vorgekommen. Leider war ich damit der erste Fahrer ohne Punkte."
Miguel Molina (Red Bull Audi A5 DTM), Platz 12: "Mein Rennen war ganz gut. Ich bin als 20. gestartet und Zwölfter geworden. Unsere Strategie und die Pace im Rennen haben gepasst. Ich muss jedoch im Qualifying besser werden. Für die nächsten Rennen müssen wir vor allem daran arbeiten."
Adrien Tambay (Audi ultra A5 DTM), Platz 15: "Ein ereignisreiches Rennen. Ich hatte einen tollen Start und eine gute erste Runde. Ich lag auf dem siebten Rang und wurde dann getroffen, mein Auto wurde dabei beschädigt. Später hat mich Merhi umgedreht, das hat viel Zeit gekostet. Dann habe ich leider Susie (Wolff) beim Überholen touchiert und bekam eine Durchfahrtsstrafe. Mein Speed in den letzten Runden war gut. Ich freue mich jetzt auf das nächste Rennen."
Timo Scheider (AUTO TEST Audi A5 DTM), Platz 16: "Das war sicherlich das schlechteste Wochenende, das ich je in der DTM hatte. Ich bin aus der letzten Reihe losgefahren und hatte einen guten Start. Ich habe in der Gischt nichts gesehen. Im Stau in der ersten Kurve hatte ich Kontakt mit einem Vordermann. Ich habe dabei einige Aero-Teile verloren, danach fühlte sich das Auto schlecht an. Es war schwierig, das Rennen so zu Ende zu fahren."
Rahel Frey (E-POSTBRIEF Audi A5 DTM), Platz 17: "Das war ein Rennen zum Vergessen. Nicht ich bin mit dem Auto gefahren, sondern das Auto mit mir. Wir müssen jetzt analysieren, woran das lag. Am Wetter eher nicht, da ich im Warm-up bei Regen gut unterwegs war."
Edoardo Mortara (Playboy Audi A5 DTM), Ausfall: "Ich bekam in der ersten Kurve nach dem Start einen Schubs von hinten. Damit waren meine Hoffnungen auf ein gutes Ergebnis früh begraben. Immerhin konnte ich zunächst noch weiterkämpfen und hab auch alles gegeben, Plätze gutzumachen. Aber das Auto ließ sich nicht mehr ordentlich fahren und ich musste schließlich aufgeben."
Mattias Ekström (Red Bull Audi A5 DTM), Ausfall: "Die Geschichte meines Rennens ist schnell erzählt: Einige Jungs waren offenbar der Meinung, dass sie ein DTM-Rennen in der ersten Kurve gewinnen können. Einer der Leidtragenden war mein Audi, der zu stark beschädigt war, um weiterfahren zu können."
Hans-Jürgen Abt (Teamchef Audi Sport Team Abt Sportsline): "Das war ein sehr unglückliches Rennen. Die Situation, in die ‚Eki’ (Mattias Ekström) nach dem Start verwickelt wurde, war schon sehr grenzwertig. Schade, das hat uns natürlich komplett aus dem Rennen geworfen. Aber wie heißt es so schön im Motorsport: Abhaken und aufs nächste Rennen konzentrieren."
Ernst Moser (Teamchef Audi Sport Team Phoenix): "Ein turbulentes Rennen mit Wetter-Kapriolen. Wir sind von Platz elf auf sechs vorgekommen. Unser Ziel war, einige Plätze weiter nach vorne zu kommen. Doch die Konkurrenz war sehr stark - und es hat lange gedauert, bis die Reifen Grip hatten. Unsere Abstimmung war gut, ‚Rocky’ und die Mannschaft haben super gearbeitet. Auch Miguel (Molina) hatte eine fehlerfreies Rennen und einen guten Speed."
Arno Zensen (Teamchef Audi Sport Team Rosberg): "Was in der ersten Kurve passierte, war ein wenig ein Desaster. Wir wissen nicht genau, was dort geschehen ist, wir müssen das noch prüfen. Aber mit dem zweitbesten Audi auf dem elften Platz zu landen, macht mich nicht sehr glücklich."
Jens Marquardt (BMW Motorsport Direktor): „Ich bin mit unserem Norisring-Comeback nach 20 Jahren sehr zufrieden. Trotz überaus schwieriger Bedingungen haben wir wieder zwei Fahrer auf das Podium und diesmal sogar vier Fahrzeuge in die Punkteränge gebracht. Natürlich hätten wir gerne mit Martin Tomczyk unseren zweiten Sieg in diesem Jahr – noch dazu in dieser einzigartigen Atmosphäre – gefeiert. Aber so ist es nun einmal im Rennsport. Jamie Green war in der Schlussphase einfach schneller. Dennoch sind die Plätze zwei und drei für Martin und Bruno ein sehr gutes Ergebnis. Ich freue mich auch für Andy Priaulx und Dirk Werner: Andy hatte ein paar schwierige Rennen und ist hier in Nürnberg dank einer guten Vorstellung in die Punkte zurückgekehrt. Dirk hat den Bann gebrochen und im fünften Rennen seinen ersten DTM-Zähler errungen. Auch dieser Lauf hat wieder gezeigt, dass wir mit unseren Piloten sehr gut aufgestellt sind. Nun freuen wir uns sehr auf unser Heimspiel im Olympiastadion von München.“
Stefan Reinhold (Teamchef, BMW Team RMG): „Ich schaue mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf dieses Ergebnis. Wir haben ein großartiges Rennen abgeliefert und ein weiteres Top-Resultat für BMW geholt. Auf der anderen Seite hätten Martin Tomczyk und das Team natürlich gerne gewonnen. Die gesamte Mannschaft kann aber auch auf den zweiten Platz stolz sein. Die Mechaniker und Martin haben eine fantastische Vorstellung gezeigt.“
Charly Lamm (Teamchef, BMW Team Schnitzer): „Nach unserem durchwachsenen Qualifying haben wir bei unserer Rückkehr auf den Norisring ein gutes Rennergebnis erreicht. Zum ersten Mal sind beide Fahrer ins Ziel gekommen, zum ersten Mal haben beide gepunktet. Bruno Spengler stand bisher immer auf dem Podium, wenn er die Zielflagge gesehen hat. Darüber bin ich sehr glücklich. Dirk Werner hat sich nach dem Stau in der ersten Kurve klasse zurückgekämpft und wurde mit seinem ersten DTM-Punkt belohnt. Ein Lob geht auch an die Mannschaft. Alle vier Stopps waren heute wirklich gut.“
Bart Mampaey (Teamchef, BMW Team RBM): „Wieder einmal war das Rennglück ungleich auf unsere Fahrer verteilt. Gestern hatten wir ein sehr gutes Qualifying, das gilt vor allem für Augusto Farfus. Unglücklicherweise hatte er dann in der berüchtigten ersten Kurve Pech und wurde in ein anderes Auto geschoben. Wir haben versucht, weiterzufahren. Aber dann musste Augusto wegen des Schadens vorne rechts aufgeben. Andy Priaulx hatte ein gutes Rennen und konnte sich aus dem Getümmel heraushalten. Nach den schwierigen Rennen in Brands Hatch und Spielberg war es für ihn sehr wichtig, über die volle Distanz zu gehen und wieder Punkte zu sammeln. Danke an die Mannschaft – und Glückwunsch an BMW zu den zwei Podestplätzen.”
Martin Tomczyk (Startnummer 1, BMW Team RMG, Platz 2): „Es ist natürlich enttäuschend für einen Rennfahrer, den möglichen Sieg in der letzten Runde zu verlieren. Ich habe schon gesehen, dass Jamie Green in der Schlussphase immer mehr aufgeholt hat. Kurz vor dem Ziel ist es ihm dann gelungen, mich noch zu überholen. Unmittelbar nach dem Rennen war ich extrem enttäuscht, den Sieg noch aus der Hand gegeben zu haben. Jetzt bin ich aber ziemlich happy: Das ist mein zweites Podium hintereinander. Ich bin hier unter schwierigen Bedingungen Zweiter geworden. Heute haben wir bewiesen, dass wir auch im Regen konkurrenzfähig sind. Und das ist für den Rest der Saison sehr ermutigend. Vielen Dank an mein BMW Team RMG, das einen tollen Job gemacht und sehr gute Boxenstopps gezeigt hat.“
Bruno Spengler (Startnummer 7, BMW Team Schnitzer, Platz 3): „Es war ein langes und hartes Rennen. Nach meinem siebten Platz im Qualifying bin ich mit dem dritten Rang im Rennen sehr zufrieden. Auf der anderen Seite ist es enttäuschend, einen möglichen Doppelsieg für BMW auf den letzten Kilometern zu verlieren. Schon im Warm-up habe ich gemerkt, dass wir auch im Regen sehr schnell sein können. Es waren extreme Streckenbedingungen. Die Fans haben eine tolle Stimmung gemacht. Für sie war es spannend – aber für uns Fahrer auch sehr anstrengend. Insgesamt haben wir an diesem Wochenende wieder ein hervorragendes Ergebnis für BMW abgeliefert. Darauf können wir stolz sein.“
Andy Priaulx (Startnummer 15, BMW Team RBM, Platz 7): „Mein Start war okay, und ich konnte ein paar Plätze gutmachen. Dann habe ich mich aber ausgangs Kurve vier gedreht. Trotzdem bin ich noch auf Platz sieben vorgefahren. Das ist ein tolles Ergebnis. Ich hätte vielleicht noch weiter vorn landen können, aber trotzdem nehme ich viel Positives vom Norisring mit. Ich habe hier einen weiteren Schritt in die richtige Richtung gemacht und viel Selbstvertrauen getankt. Das Team hat fehlerlos gearbeitet. Die beiden Stopps waren richtig gut, die Strategie auch.“
Joey Hand (Startnummer 2, BMW Team RMG, Platz 14): „Mit dem Ergebnis bin ich nicht zufrieden. Den ganzen Tag über war es für mich ein einziger Kampf. Es ging die ganze Zeit darum, den nötigen Grip zu finden. Am Start herrschte Chaos, aber ich kam durch. Dann haben die Hinterreifen abgebaut. Wir haben einen anderen Reifensatz aufgezogen, aber trotzdem konnte ich nicht viel schneller fahren. Das hat sich auch nach dem zweiten Stopp nicht geändert. Ich fahre Rennen, um zu gewinnen. Deshalb bin ich mit Platz 14 natürlich nicht glücklich. Aber ich lerne noch immer an jedem Wochenende viel dazu.“
Dirk Werner (Startnummer 8, BMW Team Schnitzer, Platz 10): „Mir ist heute ein großer Stein vom Herzen gefallen, denn ich bin zum ersten Mal in dieser Saison in die Punkte gefahren. Mein Start war gut. Es war der beste, den ich bisher in der DTM gezeigt habe. In Kurve 1 kam es dann zu dem erwarteten Chaos. Plötzlich hat ein Auto quer vor mir gestanden, so dass ich nicht mehr vorbeikam. Ich bin weit zurückgefallen. Nach der Safety-Car-Phase und dem Neustart habe ich anfangs zu sehr gepusht. Dadurch kam ich in einer Kurve zu weit nach außen und habe erneut an Boden verloren. Aber danach ging mein Auto wie eine Rakete und ich konnte mich nach vorn kämpfen. Das Rennen war sicher kurios, aber es hat ziemlich viel Spaß gemacht.“
Augusto Farfus (Startnummer 16, BMW Team RBM, Platz Ausfall): „Vor der Kollision in der ersten Kurve, bei der mein Castrol EDGE BMW M3 DTM beschädigt wurde, hat es eine Kettenreaktion gegeben. Ich wurde von einem anderen Fahrer angeschoben. Meine Räder blockierten komplett, ich konnte mein Auto nicht mehr stoppen und habe ebenfalls das vor mir fahrende Auto berührt. Es ist sehr schade, dass ich von der dritten Startposition heute nicht mehr erreichen konnte.“
Rennkalender 2012:
29. April – Hockenheim (DE), 6. Mai – Lausitzring (DE), 20. Mai – Brands Hatch (GB), 3. Juni – Spielberg (AT), 1. Juli – Norisring (DE), 15. Juli – München (DE), 19. August – Nürburgring (DE), 26. August – Zandvoort (NL), 16. September – Oschersleben (DE), 30. September – Valencia (ES), 21. Oktober – Hockenheim (DE).
Material: DTM Media/Daimler Media/Audi Motorsport/BMW Group Sport






