DTM: Audi erobert Zandvoort - Rang 1-3
Spektakel in Zandvoort
Edoardo Mortara gewinnt vor Mike Rockenfeller und Mattias Ekström. Bruno Spengler (BMW) mit Rang 6, Gary Paffett (Mercedes-Benz) wurde Siebter. Erste Punkte für DTM-Youngster Adrien Tambay.
Ingolstadt/Zandvoort, 26. August 2012 – Der siebte DTM-Lauf des Jahres im niederländischen Zandvoort hatte es in sich. Immer wieder einsetzender Regen, zwei Safety-Car-Phasen und packende Überholmanöver sorgten für das spannendste Rennen der Saison. Überglücklicher Sieger nach 43 Runden wurde der Italiener Edoardo Mortara im Audi A5 DTM. Nach dem Erfolg in Spielberg ist es der zweite DTM-Sieg in diesem Jahr. Seine MarkenkolIegen Mike Rockenfeller aus Neuwied und der Schwede Mattias Ekström folgten als Zweiter und Dritter. Im Titelkampf steigt die Spannung: Der Gesamtführende Gary Paffett (Mercedes-Benz) und Bruno Spengler (BMW) kamen auf den Positionen sieben und sechs ins Ziel. Der dritte Titelaspirant, Jamie Green (Mercedes-Benz), wurde Vierter und schob sich in der Gesamtwertung an Spengler vorbei auf Platz zwei.
Der 25-jährige Mortara sagte nach Rennende: „Das war das beste Rennen meines Lebens, ein wirklich harter Kampf mit Rocky. Die Bedingungen waren unglaublich. Regen, trocken, dann wieder Regen. Wenn man bei solchen Verhältnissen fährt, kann man in jeder Runde rausfliegen.“
Für Audi begann das Rennen mit einer Schrecksekunde: Timo Scheider würgte auf der Pole-Position beim Start den Motor ab und fiel auf Platz 14 zurück. Später musste der zweifache DTM-Champion wegen einer gelösten Motorhaube das Rennen vorzeitig beenden. Im Spitzenfeld kam es im Verlauf des Rennens zu zahlreichen Positionswechseln. Rockenfeller führte bis zur Runde 32, ehe ihn der spätere Sieger Mortara überholte.
Der Brite Jamie Green ging von Platz sechs ins Rennen und erlebte 44 sehr turbulente Runden. Als bester Mercedes-Benz-Pilot fuhr der 30-Jährige als Vierter durchs Ziel. „In diesem Rennen ging es für mich viel auf und ab. Am Anfang lief es sehr gut, dann war unser erster Stopp leider zu langsam. Ich steckte danach fest, konnte nicht überholen. Als der Regen kam, war ich wieder im Rennen. Am Ende ist Platz vier ein ziemlich gutes Ergebnis“, sagte der 30-Jährige.
Hinter Audi-Pilot Adrien Tambay aus Frankreich erreichte der Kanadier Bruno Spengler im BMW M3 DTM als Sechster das Ziel. Von Startplatz 18 ins Rennen gegangen zeigte der 29-Jährige eine klasse Aufholjagd. „Das war ein sehr gutes Rennen, auch wenn ich nicht das ganze Potenzial des Autos zeigen konnte. Ich bin froh, dass ich das Rennen beenden konnte, denn es war sehr schwierig da draußen. Platz sechs ist das Beste, was wir herausholen konnten“, erklärte Spengler.
Der Gesamtführende Gary Paffett (Mercedes-Benz) erlebte im Rennen eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Der Brite kämpfte sich von Startplatz sechs sogar zwischenzeitlich bis auf Platz eins vor. Als in Runde 28 erneut Regen einsetzte, kam es zwischen Paffett und BMW-Pilot Martin Tomczyk im Kampf um Platz vier zu einer Kollision. Tomzyk hatte blockierende Räder, konnte Paffett nicht mehr ausweichen und drehte ihn. Der Brite fiel bis auf Platz zwölf zurück, er kämpfte sich aber nach erstklassigen Überholmanövern noch Rang sieben. Tomzyk stellte sein Fahrzeug ab und entschuldigte sich direkt am Kommandostand von Mercedes-Benz beim Motorsportchef Norbert Haug, der die Entschuldigung akzeptierte. Die beiden BMW-Piloten Dirk Werner und Augusto Farfus aus Brasilien sowie Ralf Schumacher im DTM Mercedes AMG C-Coupé vervollständigten die Top 10.
Audi-Dreifachsieg in Zandvoort
Als erstem Hersteller ist Audi in der DTM 2012 ein Dreifachsieg gelungen. In Zandvoort (Niederlande) triumphierte Edoardo Mortara (Playboy Audi A5 DTM) vor seinen beiden Markenkollegen Mike Rockenfeller (Schaeffler Audi A5 DTM) und Mattias Ekström (Red Bull Audi A5 DTM). Damit stand ein Fahrer aller drei Audi-Teams auf dem Podium.
39.000 Zuschauer (am Wochenende) sahen ein spektakuläres DTM-Rennen bei extrem schwierigen Bedingungen. Immer wieder zogen Regenschauer von der nahegelegenen Nordsee über die Rennstrecke, die aber nie nass genug war, um auf Regenreifen zu wechseln. „Bei solchen verrückten Bedingungen kann man in jeder Kurve rausfliegen“, sagte Edoardo Mortara, der seinen zweiten Saisonsieg feierte und den Rückstand auf Tabellenführer Gary Paffett auf 35 Punkte reduzierte. „Mal hat es geregnet, mal nicht. Ich bin sehr glücklich. Danke an jeden bei Audi Sport und dem Audi Sport Team Rosberg für die tolle Arbeit. Es war ein fantastisches Rennen!“
Edoardo Mortara setzte sich in einem harten Duell gegen Mike Rockenfeller (Audi Sport Team Phoenix) durch, der am Start die Führung übernommen und das Rennen lange Zeit souverän kontrollierte. Als es erneut zu regnen begann, konnte Mortara jedoch zu seinem Markenkollegen aufschließen und ihn in der 32. Runde in der berühmten „Tarzan Bocht“ überholen. „Ich wollte kein unnötiges Risiko eingehen“, erklärte Rockenfeller. „Wenn es zu regnen beginnt, hat man es leichter, wenn man hinterher fährt – das hat ‚Edo’ ausgenutzt.“
Den Audi-Dreifachsieg perfekt machte Mattias Ekström (Audi Sport Team Abt Sportsline). Der Schwede lieferte sich über mehrere Runden ein spannendes Duell mit Tabellenführer Gary Paffett, das er auch dank einer guten Strategie und schneller Boxenstopps seiner Mannschaft für sich entschied.
Seine ersten Punkte in der DTM holte Adrien Tambay (Audi ultra A5 DTM). Der 21-jährige Youngster glänzte bei den schwierigen Verhältnissen mit Platz fünf und hielt dabei auch dem Druck des zweifachen Saisonsiegers und bisherigen Tabellenzweiten Bruno Spengler stand.
Filipe Albuquerque wurde als 15. gewertet, obwohl er seinen TV Movie Audi A5 DTM nach 34 Runden an der Box abstellen musste. Der Portugiese musste durch das Kiesbett der „Tarzan Bocht“ fahren, als Martin Tomczyk und Gary Paffett unmittelbar vor ihm kollidierten. Dabei wurde der Frontsplitter seines A5 beschädigt.
Einen rabenschwarzen Tag erlebte der Trainingsschnellste Timo Scheider: Der zweifache DTM-Champion fiel am Start vom ersten auf den 14. Platz zurück und beschädigte sich bei einer Kollision mit David Coulthard die Frontpartie seines AUTO TEST Audi A5 DTM.
Schon in der Startrunde kam das „Aus“ für Miguel Molina (Red Bull Audi A5 DTM) und Rahel Frey (E-POSTBRIEF Audi A5 DTM). Der Spanier kollidierte auf dem Weg zur ersten Kurve mit Robert Wickens, der einige Kurven später auch Rahel Frey zum Verhängnis wurde: Die Schweizerin konnte dem nach einem Dreher quer auf der Strecke stehenden Mercedes des Kanadiers nicht mehr ausweichen und musste aufgeben.
Trotz der vier Ausfälle war es ein großer Tag für Audi in Zandvoort – auf einer Rennstrecke, auf der die Marke mit den Vier Ringen seit dem werksseitigen DTM-Comeback im Jahr 2004 nun bereits zum sechsten Mal gesiegt hat. „Es ist schön zu sehen, dass die Performance da ist“, sagte Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich. „Wir sind nun wieder dort, wo wir immer sein wollen: siegfähig. Hier in Zandvoort waren wir als ganze Mannschaft stark. Ich freue mich für die Jungs, die hart gearbeitet haben, um diesen Erfolg möglich zu machen.“
Stimmen zum DTM-Rennen
Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich: „Das war ein spannendes Rennen mit einem harten Kampf zwischen den drei Audi-Teams. Es ist schön zu sehen, dass die Performance da ist. Wir sind nun wieder dort, wo wir immer sein wollen: siegfähig. Hier in Zandvoort waren wir als ganze Mannschaft stark. Ich freue mich für die Jungs, die hart gearbeitet haben, um diesen Erfolg möglich zu machen.\"
Mercedes-Benz-Motorsportchef Norbert Haug: „Gary war auf Podiumskurs, bis er umgedreht wurde - mit Platz sieben nach großer Aufholjagd hält sich der Schaden in Grenzen. Paffett und Green in der Meisterschaft auf den Plätzen eins und zwei bei noch drei Rennen sind eine gute Basis. Unser Speed war heute sehr gut, die Umstände nicht.\"
BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt: „Man kann dieses Rennen unter dem Motto ‚Mit einem blauen Auge davon gekommen und maximale Schadensbegrenzung’ abspeichern. Bruno und Augusto haben einen Mega-Job gemacht. Für Martin tut es mir leid. Er ist sehr gut unterwegs gewesen, aber als der Regen kam, hat er den Grip nicht richtig eingeschätzt. Es war ein Rennunfall, in den auch Gary involviert war. Zum Glück aber konnte Gary weiterfahren. Alles in allem war es nach einem suboptimalen Qualifying ein gutes Rennergebnis.“
Das Rennen im Detail
Lufttemperatur: 18,3 °C
Asphalttemperatur: 19,9 °C
Zuschauer am Rennwochenende: 37.000
14:00 Uhr Start in die Einführungsrunde zum siebten DTM-Saisonrennen. Die Boxengasse ist zwischen Runde 11 und 33 für die beiden Pflichtstopps geöffnet.
Start Scheider kommt beim Start nicht weg. Rockenfeller geht in Führung vor Mortara und Albuquerque.
1. Runde Molina dreht sich nach einer Berührung mit Robert Wickens noch vor der Tarzanbocht. Dreher von Robert Wickens in der Hugenholtz-Bocht nach einer Kollision mit Vietoris. Das Safety Car wird auf die Strecke geschickt. Vietoris kommt an die Box. Frey steht in der Scheivlak-Kurve. Beim Versuch dem Fahrzeug von Wickens auszuweichen, kam es zu einer Berührung.
2. Runde Reihenfolge: Rockenfeller, Mortara, Albuquerque, Ekström, Paffett, Green, Tambay, Werner, Schumacher und Tomczyk belegen die Positionen eins bis zehn.
4. Runde Rennen wird wieder freigegeben am Ende der vierten Runde.
5. Runde Die Freigabe der Strecke ist erfolgt. Green überholt Paffett für Platz fünf - und Albuquerque für Platz vier. Scheider kommt unplanmäßig an die Box.
7. Runde Tomczyk attackiert Tambay für Platz sieben. Vorfall von Scheider am Ende der Start-Ziel-Geraden. Das Safety Car wird auf die Strecke geschickt.
8. Runde Wegen Reinigungsarbeiten auf der Start-Ziel-Geraden fährt das Feld durch die Boxengasse.
9. Runde Reihenfolge hinter dem Safety Car: Rockenfeller, Mortara, Ekström, Green, Albuquerque, Paffett, Tambay, Tomczyk, Werner, Schumacher, Spengler, Farfus, Priaulx, Merhi, Coulthard, Hand und Wolff. Scheider ist raus.
10. Runde Rennen wird wieder freigegeben am Ende der zehnten Runde.
11. Runde Die ersten Boxenstopps: Mortara, Ekström, Paffett, Tambay und Tomczyk biegen in die Boxengasse ein.
12. Runde Green, Albuquerque und Spengler kommen zum ersten Pflichtboxenstopp herein.
13. Runde Tambay und Tomczyk überholen Green. Erster Pflichtboxenstopp von Rockenfeller. Auch Schumacher und Farfus kommen zum Reifenwechsel an die Box.
14. Runde Tomczyk kann beim Anbremsen der Tarzanbocht Tambay überholen. Boxenstopps von Priaulx, Merhi und Hand.
15. Runde Boxenstopp von Wolff.
16. Runde Werner und Coulthard haben noch keinen der beiden Pflichtstopps absolviert. Die Reihenfolge dahinter: Rockenfeller, Mortara, Paffett, Ekström, Albuquerque, Tomczyk, Tambay, Green, Spengler und Schumacher.
17. Runde Boxenstopp von Coulthard. Das Rad hinten rechts wurde nicht richtig montiert. Der Schotte verliert sehr viel Zeit.
19. Runde Erster Boxenstopp von Dirk Werner. Ekström kommt zum zweiten Pflichtstopp an die Box.
20. Runde Boxenstopps von Tomczyk und Schumacher.
21. Runde Mortara kommt zu seinem zweiten Stopp an die Box. Auch Tambay und Spengler kommen herein.
22. Runde Zweiter und letzter Pflichtboxenstopp von Rockenfeller. Ebenfalls in die Box kommen Albuquerque, Green und Farfus.
23. Runde Paffett und Werner kommen an die Box. Coulthard, der zwei Runden Rückstand hat, kommt auch herein und stellt sein Auto ab.
24. Runde Paffett kommt hinter Ekström zurück auf die Strecke. Priaulx und Wolff kommen an die Box.
26. Runde Zweikampf zwischen Paffett und Ekström um Platz drei. Letzter Pflichtboxenstopp von Merhi.
27. Runde Tomczyk kann den Abstand auf Paffett und Ekström verkürzen.
28. Runde Es hat zu regnen begonnen. Tomczyk versucht Paffett in der Tarzanbocht auf der Innenbahn zu überholen. Es kommt zu einer Berührung und Paffett dreht sich. Einige Fahrzeuge müssen Paffett über das Kiesbett ausweichen. Hand an die Box. Tomczyk kommt mit einer Beschädigung vorne links an die Box und gibt auf.
29. Runde Reihenfolge: Rockenfeller führt mit 2,3 Sekunden vor Mortara. Ekström ist Dritter. Dahinter Green, Tambay, Spengler, Schumacher, Farfus, Werner und Paffett.
31. Runde Albuquerque rutscht am Ende der Start-Ziel-Geraden in das Kiesbett, kann das Rennen aber fortsetzen.
32. Runde Führungswechsel: In der Tarzanbocht kann Mortara Rockenfeller für Platz eins überholen.
33. Runde Die Kollision zwischen Tomczyk und Paffett wird untersucht.
34. Runde Der Abstand zwischen Mortara auf Platz eins und Rockenfeller auf Platz zwei beträgt 0,4 Sekunden - und noch sind zehn Runden zu fahren. Albuquerque kommt an die Box und gibt auf.
37. Runde Mortara kann seinen Vorsprung leicht ausbauen: 0,9 Sekunden trennten den Italiener bei der letzten Zeitmessung von Rockenfeller. Und auch im Kampf um die Plätze sieben bis zehn geht es eng zur Sache: Farfus, Werner und Paffett trennen etwas mehr als eine Sekunde.
39. Runde Paffett kann sich in Runde 40 auf Platz acht verbessern: Erst überholt er Werner, dann Farfus.
42. Runde Paffett geht an Schumacher vorbei für Platz sieben. Farfus und Schumacher kämpfen um Platz acht.
43. Runde Schumacher in der Hunserug neben der Strecke, fährt aber weiter.
Ziel Mortara gewinnt das Rennen vor Rockenfeller und Ekström. Auf den weiteren Positionen: Green, Tambay, Spengler, Paffett, Werner, Farfus und Schumacher.
In der Gesamtwertung führt weiterhin Paffett mit 109 Zählern vor Green mit 93 und Spengler mit 91 Punkten. Mortara folgt nach dem Sieg in Zandvoort mit 74 Punkten auf Platz vier.
Insgesamt 37.000 Zuschauer verfolgten das dritte Auslandsrennen der DTM 2012. Das nächste Rennen findet am 16. September in Oschersleben statt.
Bericht: DTM Media/Audi Motorsport





