Audi R18 e-tron quattro nicht zu schlagen


Audi nach viertem Saisonsieg Weltmeister

Audi feierte in Silverstone den vierten Saisonsieg in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC). - Foto: Audi Motorsport
Audi feierte in Silverstone den vierten Saisonsieg in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC). - Foto: Audi Motorsport

Audi feierte in Silverstone den vierten Saisonsieg in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC). Marcel Fässler/André Lotterer/Benoît Tréluyer mit zweitem Sieg. Reifenschaden warf Tom Kristensen/Allan McNish zurück. Vorzeitige Titelentscheidung in der Markenwertung in Silverstone.*

Ingolstadt/Silverstone - Audi mit makelloser Halbzeitbilanz: In einem spannenden Kampf der Konzepte setzte sich die Hybridtechnologie des Audi R18 e-tron quattro auch beim vierten Lauf der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC durch. Bei den 24 Stunden von Le Mans hatte Audi im Juni mit dem ersten Sieg eines Hybrid-Fahrzeugs Motorsport-Geschichte geschrieben, nun folgte der zweite Triumph. In beiden Fällen steuerten Marcel Fässler/André Lotterer/Benoît Treluyer das siegreiche Fahrzeug mit der Startnummer "1".
 
Audi baut den effizientesten Sportwagen - das war beim vierten Lauf zur WEC deutlich sichtbar. Im Verlauf von sechs Rennstunden benötigten Marcel Fässler/André Lotterer/Benoît Tréluyer mit ihrem Hybridfahrzeug sechs Boxenstopps und damit zwei weniger als die Zweitplatzierten Nicolas Lapierre/Kazuki Nakajima/Alexander Wurz mit einem anderen Hybrid-Konzept. Das Ergebnis ist besonders bemerkenswert, da dem siegreichen Audi von der Rennleitung eine Stop-and-Go-Strafe auferlegt wurde. Der Grund: Benoît Tréluyer wurde kurz vor Ende des ersten Renndrittels in einen unglücklichen Unfall mit einem GT-Fahrzeug verwickelt. 32 Sekunden verlor das Fahrzeug der drei Le-Mans-Sieger deshalb, im Ziel betrug der Vorsprung dennoch 55 Sekunden.
 
Neben dem vierten Einzelerfolg hat Audi einen weiteren Grund zum Feiern: In der WEC-Konstrukteurswertung kann die Marke aus Ingolstadt nicht mehr eingeholt werden. Nach vier Titeln in der Rallye-Weltmeisterschaft zwischen 1982 und 1984 sowie dem Sieg im FIA-Tourenwagen-Weltcup 1995 hat Audi somit erstmals wieder einen weltweiten Titel errungen. *
 
Dagegen steigt die Spannung in der Fahrerwertung nach einem Führungswechsel nochmals: Mit ihrem zweiten Erfolg übernahmen Fässler/Lotterer/Tréluyer erstmals in dieser Saison die Tabellenführung. Sie liegen zur Halbzeit gerade 4,5 Punkte vor den bisherigen Spitzenreitern Tom Kristensen und Allan McNish.
 
Das dänisch-schottische Duo hatte viel Pech auf dem Weg zu Platz drei in Silverstone. Die beiden Audi-Werksfahrer mussten sich im Audi R18 ultra mit Platz drei begnügen, da sie ebenfalls einmal ungeplant die Box ansteuern mussten. Wenige Minuten, nachdem McNish das Steuer erstmals übernommen hatte, zwang ihn ein schleichender Reifenschaden hinten rechts zu einem Reifenwechsel. Damit verlor der konventionell von einem V6-TDI-Aggregat angetriebene Sportwagen früh eine Runde und somit die Chance, im abwechslungsreichen Kampf der Konzepte eine größere Rolle zu spielen. Dennoch erreichte das Fahrzeug das Ziel mit nur knapp 19 Sekunden Rückstand auf den zweitplatzierten Toyota.
 
Bereits in drei Wochen startet Audi zum fünften WEC-Lauf. In São Paulo verstärkt Lokalmatador Lucas di Grassi das Fahreraufgebot von Audi als Teamkollege von Allan McNish und Tom Kristensen.

Stimmen zum Rennen in Silverstone:

Dieter Gass (Leiter Renneinsatz): „Ein exzellentes Ergebnis nach einem unheimlich schwierigen Rennen. Von Anfang bis Ende gab es einen intensiven Kampf mit Toyota, die sehr stark waren. Wir haben das Rennen in erster Linie durch die Effizienz unserer Technologie gewonnen. So konnten wir mit Hilfe der Strategie den Rennsieg erringen. Unglücklich war die Stop-and-Go-Strafe für das Auto mit der Nummer 1, denn man hätte den Kontakt zwischen dem GT-Fahrzeug, das nach rechts gezogen hat, und unserem R18 e-tron quattro, der leicht nach links fuhr, auch als normalen Rennunfall sehen können.“

Ralf Jüttner (Technischer Direktor Audi Sport Team Joest): „Das war ein sehr interessantes Rennen. Toyota war noch etwas schneller, als ich es erwartet hatte. Es war ein intensiver Kampf, der uns alles abverlangt hat. Unser Auto Nummer 1 hatte auch das nötige Glück, das im Rennsport dazugehört, während die Nummer 2 viel Pech hatte. Alle Fahrer sind super gefahren und haben die Autos unversehrt gelassen. Sechs Stunden lang haben wir einen tollen Kampf gesehen. Auch für uns war es nervenaufreibend. Danke an die Fahrer und an unser Team, dass wir die Siegesserie fortsetzen konnten.“

Marcel Fässler (Audi R18 e-tron quattro #1): „Das war ein Super-Sieg, der nicht so einfach war. Ich bin extrem glücklich, denn das ist mein erster Sieg bei einem 6-Stunden-Rennen. Schon zwei Mal lag ich in Silverstone in Führung, nun hat es endlich zum Sieg gereicht. Toyota war ein sehr starker Herausforderer. Unsere Mannschaft hat bei den Stopps perfekt gearbeitet und war wirklich schnell. Einfach toll!“

André Lotterer (Audi R18 e-tron quattro #1): „Ein toller Tag! Audi hat den Titel in der Tasche und meine beiden Teamkollegen und ich liegen in der Fahrerwertung in Führung. Das war ein fast fehlerfreies Rennen. Es gab lediglich eine Stop-and-Go-Strafe für Ben (Tréluyer), nach der es dann recht knapp wurde. Aber da noch einmal ein Safety-Car kam, blieb uns am Ende ein kurzer Tankstopp erspart. Das Auto lief perfekt. Es war ein tolles Wochenende, mit dem ich wirklich zufrieden bin. Ich freue mich schon auf Brasilien.“

Benoît Tréluyer (Audi R18 e-tron quattro #1): „Ich bin sehr zufrieden. Noch nie habe ich ein 6-Stunden-Rennen gewonnen. Das war der nächste schöne Sieg für den Audi R18 e-tron quattro. Das Team hat hervorragend gearbeitet. Doch unser Rennen war durch den schönen Kampf mit Toyota ziemlich anstrengend. Umso schöner ist das Ergebnis.“

Tom Kristensen (Audi R18 ultra #2): „Glückwunsch an Audi und an unser Schwesterfahrzeug zum Sieg. Wir waren am Anfang sparsam unterwegs, um uns einen letzten, kurzen Tankstopp am Rennende zu sparen. Doch dann kam leider einiges dazwischen. Durch die Safety-Car-Phasen haben auch die anderen Autos weniger verbraucht. Leider musste Allan wegen eines Reifenschadens an die Box. Uns ist noch eine schöne Aufholjagd geglückt. Leider ist Platz drei natürlich kein Traumergebnis. Es hätte ein deutlich engerer Kampf unseres Autos mit Toyota werden können.“

Allan McNish (Audi R18 ultra #2): „Die Strategie hat heute eine große Rolle gespielt. Unser Auto war sehr schnell. Wir wussten aber auch, wie man Kraftstoff spart. Deshalb hätten wir theoretisch einmal weniger stoppen müssen als unsere Gegner. Leider brachte uns ein Reifenschaden um unsere Chance. Auch das Safety-Car hat uns bei unserer Strategie nicht geholfen. Und so wurden wir am Ende Dritte.“
 

Ergebnis Rennen

1. Fässler/Lotterer/Tréluyer (Audi R18 e-tron quattro), 194 Runden
2. Wurz/Lapierre/Nakajima (Toyota) + 55,675 Sekunden
3. Kristensen/McNish (Audi R18 ultra) + 1.14,427 Minuten
4. Belicchi/Primat (Lola-Toyota) - 5 Runden
5. Leventis/Watts/Kane (HPD-Honda) - 5 Runden
6. Prost/Jani (Lola-Toyota) - 5 Runden
7. Brabham/Chandhok/Dumbreck (HPD-Honda) - 7 Runden
8. Martin/Charouz/Graves (Oreca-Nissan) - 11 Runden
9. Potolicchio/Dalziel/Sarrazin (HPD-Honda) - 11 Runden
10. Panciatici/Ragues/Rusinov (Oreca-Nissan) - 11 Runden

* Vorbehaltlich der offiziellen Veröffentlichung der Resultate durch die FIA

Bericht: Audi Motorsport


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