|  Leider zu selten im Vorwärtsgang - Foto: imago
| | Man fühlte sich zurückversetzt in die Zeit von „Brot und Spiele“. Alles war angerichtet für einen großen Abend. Die Olympiahalle München platzte aus allen Nähten, zwischen 60 und 2200 Mark zahlten die über 12.000 Zuschauer, die Live dabei sein wollten: Beim letzten, beim größten Kampf des Gentlemans Henry Maske. Vereinigungskampf der Weltverbände IBF und WBA gegen Virgil Hill im Halbschwergewicht. Der Kölner Privatsender RTL, mitverantwortlich für den Box-Boom, begann an diesem 23. November 1996 bereits zur besten Sendezeit um 20:15 Uhr mit der Übertragung. Und schon vor dem ersten Gong waren sich die Beteiligten dieses Spektakels einig: „Dieser Abend findet seinen Platz in der Sporthistorie“. 17,52 Mio. TV-Zuschauer (59,6% Marktanteil) wollten ebenfalls dabei sein. Die Werbepreise für die Rundenpausen erreichten neue Dimensionen. Für einen 30 Sekunden Spot wurden 225.000 Mark fällig. Das Public-Viewing fand seine Anfänge. Kneipen veranstalteten Maske-Abende, Henry-Cocktails wurden gemixt. Bei Intertops setzte man auf die Wettlust der Anhänger. 13,50 Mark für 10 gab es für einen Sieg des Helden Maske, 30 für 10 wenn alles anders kommen würde als Deutschland hoffte. Vorbereitung mit Hindernissen Kurz bevor die Show begann, betraten die Protagonisten die Halle. Um 19:40 Uhr taucht ein gut gelaunter, äußerst locker wirkender Virgil Hill in den Katakomben der Olympiahalle auf. Knapp 8 Minuten später folgt Henry Maske. Begleitet von Trainer Manfred Wolke und Sicherheitsmann Peter Althoff wirkt der IBF-Champion Maske konzentriert. Anspannung ist sichtbar. Die Frage kommt auf, ob sein vor Wochen angekündigter Rücktritt doch zum falschen Zeitpunkt verkündet wurde. Hätte er nicht doch besser bis nach diesem Kampf gewartet?  Rechtsausleger Maske - Foto: imago
| | | „Nicht mein letzter, mein nächster Kampf, um mich nicht einzugrenzen“, hat sich Maske in der Vorbereitung immer wieder gesagt. Und genau diese Vorbereitung wurde zum Problem. Ursprünglich war der Kampf für den 12 Oktober vorgesehen. Hill sagte jedoch auf Grund einer Verletzung des rechten Ellenbogens ab. Wolke musste die Trainingsphase unterbrechen und hatte beim zweiten Anlauf Probleme. „Ich musste ihn bremsen“, so Wolke. Maske war schlicht zu früh in Topform gewesen. All das schien ihm beim Gang durch die Katakomben bis hin zu seiner Kabine durch den Kopf zu schießen. Oder war es doch nur die blanke Konzentration auf die Vollendung seiner bis dato makellosen Karriere als Berufsboxer? Entscheidung im Kopf Der Kampf gegen Hill ist die größte Herausforderung für Maske. „Dieser Kampf wird im Kopf entschieden. Henry trifft mit Hill auf eine ebenbürtige Box-Persönlichkeit“, so Trainer Wolke zu den Aussichten auf den Kampf. "Henry lässt sich nie von Gefühlen hinreißen, sondern benutzt immer den Kopf. Er lässt sich einfach nicht provozieren“, ist sich Manager Wilfried Sauerland über die Vorzüge seines Schützlings bewusst. Die letzte Vorbereitung beginnt. Der Körper muss auf Temperatur gebracht werden, die Bandagen werden unter Beobachtung angelegt, im Kopf wird die Taktik noch mal durchgespielt. Unterdessen senden Chris de Burgh und Peter Maffay Live ihre Grüße für Maske an die Zuschauer in der Halle und vor den TV-Geräten. RTL ermöglicht Schalten zu ihren jeweiligen Konzerten in Neubrandenburg und Frankfurt am Main. Dann geben Andrea Bocelli und Sarah Brightman mit „Time To Say Goodbye“ den Startschuss für den „Fight Of The Champions“, wie RTL den Abend ankündigte. zu Seite 2 Erleben Sie mehr! 1996 - Kampfstatistik zu Maske vs. Hill - Die Analyse 1996 - Alle Zahlen, alle Fakten - Runde für Runde 1996 - Der Abschied Henry Maskes Titelkämpfe |