Fußball Meister-Krimis: 1991/92



Fotos: Marcel Bannert (Meisterfeier Bayern); Jens Noll (Meisterschale)

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"Stuttgart als lachender Dritter"
SAISON:
1991/92
LEZTER SPIELTAG: 16. Mai 1992
MEISTER: VfB Stuttgart

AUSGANGSLAGE: In der "Wiedervereinigungs-Saison“ mit 20 Mannschaften kämpfen am 38. und letzten Bundesliga-Spieltag gleich drei Mannschaften um den Titel. Eintracht Frankfurt, Borussia Dortmund und der VfB Stuttgart liegen punktgleich auf den ersten drei Plätzen. Die Frankfurter Mannschaft von Trainer Dragoslav Stepanovic führte die Tabelle die längste Zeit der Saison an und hatte von allen drei Teams die deutlich beste Tor-Differenz vorzuweisen. Der Zufall wollte es, dass das Spitzentrio dann am letzten Spieltag komplett auswärts antreten sollte.

ABLAUF: Borussia Dortmund legt früh vor. Stephane Chapuisat gelingt beim MSV Duisburg schon in der achten Minute das 1:0. In der Tor-Differenz liegen die Westfalen allerdings deutlich hinten, so dass sie auf Ausrutscher der Konkurrenten hoffen müssen und die helfen zunächst mit. Stuttgart gerät durch einen Handelfmeter von Martin Kree in Leverkusen in Rückstand (20.), kommt allerdings zur Pause durch einen Foulelfmeter von Fritz Walter zum 1:1 (43.) Frankfurt tritt bei Hansa Rostock äußerst nervös auf, kommt bis zur Halbzeit nicht über ein 0:0 hinaus. Nach 45 Minuten hieße der Deutsche Meister Borussia Dortmund. Die Schwarz-Gelben verwalten danach ihren Vorsprung beim MSV, warten eigentlich nur auf Nachrichten von den anderen Plätzen. Um ca. 16.50 Uhr sieht es auf einmal noch besser aus für den BVB. Jens Dowe bringt Hansa Rostock gegen Eintracht Frankfurt mit 1:0 in Führung (65.). Doch die Eintracht schlägt durch Axel Kruse postwendend zurück (67.).

Ein Tor für Frankfurt oder Stuttgart könnte die Dortmunder Träume nun wieder zerstören. In der 86. Minute passiert es dann: Guido Buchwald gelingt für den VfB in Leverkusen das 2:1. Die Schwaben liegen auf einmal vorne. Doch ein Tor für Frankfurt könnte auch diese Konstellation wieder sprengen. Die Hessen rennen in Rostock verzweifelt und verkrampft an, werfen alles nach vorn und müssen dann doch den Schock hinnehmen. Eine Minute vor Schluss macht Stefan Böger mit einem Konter das 2:1 für Rostock. Aus der Traum in Frankfurt, aus der Traum in Dortmund – der VfB Stuttgart, der in der gesamten Saison zuvor nur zwei Mal auf Platz eins stand, klettert mit einem 2:1 in Leverkusen am letzten Spieltag von Platz zwei auf eins und holt sich den Titel. Die Bayern haben übrigens in dieser Saison ausnahmsweise mal nichts mit der Titelvergabe zu tun, werden Zehnter.

ENDSTAND:

Platz

Verein

Sp.

S

U

N

Tore

Diff.

Pkt.

1

VfB Stuttgart

34

21

10

7

62:32

+30

52:24

2

Borussia Dortmund

34

20

12

6

66:47

+19

52:24

3

Eintracht Frankfurt

34

18

14

6

76:41

+35

50:26


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